Veranstaltungsarchiv

Internationales Symposium | 7. - 9. Juni 2013 | Berlin

Homöopathie 2013: Von der Erfahrung zum Wissen? Debatte • Information • Dialog 

Die Filme aller Vorträge sind erschienen! 

Standortbestimmung geglückt:

Internationales Symposium „Homöopathie 2013: Von der Erfahrung zum Wissen?“ war ein voller Erfolg

"Ein grandioses Symposium auf allen Ebenen: vielseitige, erstklassige, spannende, lehrreiche Vorträge, bunte Projekte weltweit und ein Wiedersehen (teils) nach Jahren mit Dutzenden KollegInnen und FreundInnen, mit denen ich tiefe, schöne und schwere Zeiten geteilt habe in Bosnien, im Iran.“ Das persönliche Resumee von Teilnehmerin Sonja Gasparini verrät viel über die Atmosphäre und die Qualität des hochkarätig besetzte HOG-Symposiums vom 7. bis 9. Juni 2013 in Berlin. 15 Jahre Homöopathen ohne Grenzen e.V. (HOG) waren Anlass für eine Rückschau, eine umfassende Standortbestimmung und nicht zuletzt für einen Blick nach vorn: Rund 200 TeilnehmerInnen erhielten einen umfassenden Einblick in die aktuelle Forschung zur Homöopathie.

Mit dem Leitthema „Homöopathie 2013: Von der Erfahrung zum Wissen?” stellten die HOG ganz bewusst die „Gretchenfrage der Homöopathie“ in den Mittelpunkt des Symposiums. Elisabeth von Wedel, 1. Vorsitzende der HOG: “Wir müssen die Arbeit der Homöopathie immer wieder neu reflektieren und uns der aktuellen Diskussion stellen, auch in den Medien. Denn nie fand sich die Homöopathie weiter verbreitet als heute – und gleichzeitig war sie nie umstrittener. Das Symposium war ein wichtiger Schritt, unsere Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.” ExpertInnen aus aller Welt beleuchteten im Rahmen des Symposiums die Kluft zwischen der erfolgreichen Praxis und den ungeklärten Fragen der Forschung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Auch Kontroverse war ausdrücklich von den OrganisatorInnen erwünscht. In Berlin kamen im Rahmen einer hochkarätig besetzten Debatte auch Homöopathiegegner zu Wort. Debattenteilnehmer Dr. Christian Weymayr, Autor des Buchs „Die Homöopathie-Lüge“, zeigte sich nach dem Symposium überrascht: „Ich bekam nicht einen bösen, sondern viele freundliche Blicke, und statt ausgegrenzt zu werden, ergaben sich viele interessante Diskussionen, die mich von meiner Grundüberzeugung zwar nicht abgebracht, aber mich doch dazu bewegt haben, manches differenzierter zu sehen.“ Selbstverständlich wurde das Symposium auch zum Feiern genutzt: Der schöne Veranstaltungsort, die Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln, der große Garten für Gespräche, das sonnige Wetter und eine lange Nacht mit Tanz und Ausgelassenheit schafften ein besonderes Miteinander im HOG-Jubiläumsjahr, das sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Im Rahmen des Symposiums konnten erfolgreich neue Mitglieder und UnterstützerInnen gewonnen sowie gezielt Fundraising betrieben werden.

 

Die Filme der Vorträge sind erschienen! 

 

Schwerpunktthema „Homöopathie im Spannungsfeld: Sinn und Grenzen von Forschung“

Nach wie vor bewegt sich die Homöopathie in einem Spannungsfeld: Immer wieder werden Beweise für die Wirksamkeit der Homöopathie gefordert. Dr. Klaus von Ammon erwies sich in seinem Symposiumsvortrag als wahrer „Datenjongleur“: Lebendig und auch für Laien verständlich gab er einen Einblick in die unterschiedlichen Forschungsrichtungen zum Phänomen Homöopathie. Das Auditorium erhielt einen umfassenden Überblick zu den aktuellen Studien. Der Referent lieferte für die immer wieder gestellte Forderung nach einem wissenschaftlichen Beweis der Wirksamkeit von homöopathischen Arzneimitteln echte Belege. So zeigen die Studien zu ADHS sehr positive Ergebnisse. Sogar in vitro kann die Wirkung homöopathischer Verdünnungen bewiesen werden. In der Anwendungsbeobachtung am Patienten gibt es positive Ergebnisse, wie einige Kohortenstudien belegen. Dem „Wie“ der Wirkung muss allerdings weiterhin nachgegangen werden.  Mehr Informationen zum Vortrag von Dr. Klaus von Ammon. - Hier zum Film des Vortrages.

 

Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner führte die SymposiumsteilnehmerInnen in die Grundlagenforschung zum homöopathischen Potenzierungsverfahren ein. Sein „Wasserlinsenexperiment“ ist ebenso wie die Versuche an Kaulquappen von Prof. Christian Endler repliziert worden. Damit wird ein wichtiger Anspruch der Wissenschaft erfüllt. Für die Validierung der Forschung durch ein anderes Institut fehlen allerdings derzeit die Gelder. Mehr Informationen zum Vortrag von Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner.Hier zum Film des Vortrages.

 

 Forscherin „aus persönlichem Leidensdruck“: Rachel Roberts legte die aktuelle Situation der Homöopathie in Großbritannien dar. 2005 kündigte die renommierte medizinische Fachzeitschrift ‚The Lancet’ vollmundig das endgültige Ende der Homöopathie an, nachdem eine Metaanalyse von Shang und anderen die Unwirksamkeit der Homöopathie bewiesen haben wollte. Homöopathen sahen sich fortan weltweit immer wieder scharfer Kritik seitens der Skeptiker ausgesetzt. Roberts, Leiterin des Londoner Forschungszentrums für Homöopathie, konnte in ihrem Vortrag sehr einleuchtend die Mängel der genannten Metaanalyse aufzeigen und auf eine ganze Reihe positiver Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie verweisen. Das Argument, man dürfe die Homöopathie nicht verwenden, solange die Wirkweise nicht geklärt sei, entkräftete sie: Auch der Wirkmechanismus des Aspirins blieb beispielsweise viele Jahrzehnte lang ungeklärt und ist selbst heute nur zum Teil bekannt. Derzeit sind stattliche 51 Prozent der verwendeten medizinischen Interventionen des englischen Gesundheitsdienstes von ungeklärter Effizienz. Die PP zum Vortrag von Rachel Roberts dürfen wir zur Zeit noch nicht veröffentlichen. - Hier zum Film des Vortrages.

 

Kate Chatfield beleuchtete das Thema Ethik im Streit um die Homöopathie: Während etliche Veröffentlichungen homöopathische Behandlungen als unethische Maßnahmen darstellen, entwickelte die Forscherin im Laufe ihres Vortrages eine faszinierende Argumentationskette, die aktuelle Entscheidungen im Gesundheitswesen aus ethischen Gesichtspunkten darstellt. Dabei zeigte sich Erstaunliches: Zu den drei wesentlichen medizinethischen Prinzipien gehören die Förderung der Gesundheit, der Autonomie und Gerechtigkeit. Doch die Konditionen, die 90 Prozent der Krankheiten und Leiden weltweit ausmachen, sind für nicht mehr als 10 Prozent der weltweiten medizinischen Forschung relevant. Die PP zum Vortrag von Kate Chatfield dürfen wir zur Zeit leider noch nicht veröffentlichen. - Hier zum Film des Vortrages.

 

Der Vortrag von Anne Schadde beschäftigte sich mit den ersten Paragraphen des Organon’s. In ihrer gewohnt spitzfindigen Art analysierte die Referentin Hahnemanns Sprache und verwies dabei auf versteckte Zahlensymbolik, die den Freimaurergeist Hahnemanns belegen. Der Höhepunkt ihres Vortrags war die Darstellung einer beeindruckenden Heilung durch Turmalin. Mehr Informationen zum Vortrag von Anne Schadde.  - Hier zum Film des Vortrages.

 

Eine Debatte zum Thema „ Homöopathie kontrovers: Keine homöopathisch humanitäre Hilfe ohne wissenschaftlichen Stempel?“ führte auf der Seite der Befürworter Dr. Klaus von Ammon, Kate Chatfield, Dr. Ellis Huber und Prof. Dr. Dr. Harald Walach sowie auf der Seite der Gegner Prof. Dr. Martin Lambeck und Dr. Christian Weymayr zusammen. Für die Debattenführung sorgte Malte W. WilkesMehr Informationen zu den Debatten-Leitsätzen von Malte W. Wilkes.

Seine gezielten Fragen an die Teilnehmer ließen die verschiedenen Standpunkte deutlich werden und erlaubten einen zivilisierten Austausch von Meinungen. Leider reichten die Zeit nicht aus, um beide Seiten die jeweils angeführten Argumente der Gegenseite ausführlich erwidern zu lassen. Zu weit fächerten sich die unterschiedlichen Sichtweisen auf. Letztendlich allerdings konnten sich jedoch alle Beteiligten auf einen Minimalkonsens einigen. Der stimmte der Verwendung von Heilmethoden zu, deren Wirkung nach wie vor nicht vollständig belegt ist – vorausgesetzt, der Patient wird über diese Sachlage und deren mögliche Konsequenzen ausreichend informiert. An dieser Stelle sahen sich die Homöopathen ohne Grenzen in ihrer Arbeit bestätigt: Gerade die umfassende Aufklärung zum Thema Homöopathie, ihrer Möglichkeiten und Grenzen ist eine der Hauptaufgaben des Vereins.

 

Themenschwerpunkt Trauma

Humanitäre Einsätze in Kriegsgebieten und nach Naturkatastrophen konfrontieren die HOG-Helfer mit schwerst traumatisierten Patienten. Ein Themenschwerpunkt in Berlin war die Arbeit in Krisengebieten und damit eine der wichtigsten Aufgaben der HOG weltweit. Elisabeth von Wedel, 1. Vorsitzende der HOG verwies auf das Konzept der Homöopathen ohne Grenzen: “Wir arbeiten auf Augenhöhe und bilden im Ausland vor allen Dingen aus. Das Symposium konnte beide Sichtweisen und Erfahrungen zusammenbringen – die der Ausbilder und der Ausgebildeten vor Ort.” In der Medienarbeit der HOG zeigt sich, dass gerade dieses Thema bei den Journalisten auf Interesse stößt.

Referentin Dr. Ingrid Pfanzelt, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und -analyse, zeigte die Möglichkeiten und Grenzen der homöopathischen Behandlung von Traumafolgestörungen im In- und Ausland auf. Trauma ist nicht gleich Trauma: Nach offensichtlich traumatischen Ereignissen wie Unfällen, Naturkatastrophen oder Kriegen entwickeln viele Menschen die typische Posttraumatische Belastungsstörung. In der alltäglichen Praxis sind subtile Traumata, die Traumafolgestörungen verursachen, häufiger. Sie sind nicht so deutlich in ihrer Symptomatik. Oft muss für eine nachhaltige Heilung eine parallele Psychotherapie stattfinden. Mehr Informationen zumVortrag von Dr. Ingrid Pfanzelt.  - Hier zum Film des Vortrages.

 

Dr. Seila Kulenovic-Latal, Ärztin und klassische Homöopathin aus Bosnien-Herzegowina, beschrieb eindrucksvoll die Behandlung von Frauen, die immer noch unter den Folgen von Vertreibung und Vergewaltigung leiden. Sie zog in ihrem praxisbezogenen Vortrag eine positive Bilanz der Arbeit über zwei Jahrzehnte. Die Homöopathen leisten einen wichtigen Beitrag, die zerrissene Struktur der Gesellschaft wiederherzustellen. Die PatientInnen suchen ihren Homöopathen nicht nach Nationalität oder politischer Richtung aus. Mehr Informationen zumVortrag von Dr. Seila Kulenovic-Latal.  - Hier zum Film des Vortrages.

 

 

Schwerpunktthema Homöopathie im interkulturellen Rahmen

Ein weiteres Schwerpunktthema des Symposiums bildete die Frage nach dem Sinn der Arbeit der HOG im Ausland und ihrer ethischen Vertretbarkeit. Die Ethnologin Angelika Wolf gab in ihrem Vortrag einen Überblick zu Heilmethoden und Medizintraditionen. Menschen verschiedener Kulturen haben unterschiedliche Erwartungen an Heilungen und erfahren Gesundheit, Krankheit und medizinische Handlungen ganz anders. Auch zwischen Patienten und Homöopathen existieren verschiedene Beziehungsmodelle. Die Referentin stellte die Debatte um die Wirksamkeit auch in einen Kontext zur intakten Allianz zwischen Schulmedizin und Staat. Der Homöopathie wird heute in Deutschland ein ergänzender Wert zugesprochen, solange die Behandlung unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt wird. Mehr Informationen zum Vortrag von Angelika Wolf. - Hier zum Film des Vortrages.

 

 

Matthias Strelow, langjähriger Wegbegleiter der HOG, stellte Teile seiner Masterthesis vor — mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Die Erkenntnisse, welche Lernformen die „Schüler“ in HOG-Projekten bevorzugen und welche Möglichkeiten der Wissens- und Praxisvermittlung am erfolgversprechendsten sind, werden zukünftige Projekte enorm bereichern. Besonders wichtig ist die Wissensvermittlung in der lokalen Sprache, sowohl im Unterricht als auch in den Materialien.Mehr Informationen zum Vortrag von Matthias Strelow.  - Hier zum Film des Vortrages.

 

 

Weitere Teilnehmerstimmen

„Gelungene Veranstaltung in der wunderschön gelegenen Werkstatt der Kulturen in Berlin mit interessanten Vorträgen. Der Bogen war weit gespannt, von einem Erfahrungsbericht über ein HOG-Projekt in Sarajewo mit spannenden Fallbeispielen über medizinethnologische Gedanken im Bezug auf Homöopathie, Trauma und Homöopathie bis hin zu Grundlagenforschung und einer Diskussion pro und contra Homöopathie. Dem Sturm trotzen mit harten Fakten: Hier schlug mein Homöopathenherz Purzelbäume. Denn es gibt sie doch, die harten Fakten. Rachel Roberts vom Homeopathy Research Institute London macht Mut. Wir müssen uns als Homöopathen nicht verstecken!“

Ursel Lessmann

 

„Berlin war eine tolle Erfahrung, die Debatte hätte ich mir ein bisschen "lebendiger und leidenschaftlicher" gewünscht. Am meisten begeistert hat mich Stefan Baumgartner. Er hat spannende Denkansätze gebracht.“

Susanne Ritter-Parusel

 

„Lebendig, menschlich, emotional! Das breite Spektrum mit den verschiedenen Beleuchtungen der Homöopathie von außen machte die Vorträge sehr interessant. Hervorzuheben die Power von Rachel Roberts. Die Diskussion war etwas männerlastig, aber sehr gut moderiert. Dr. Klaus von Ammon hat mir da sehr gut gefallen.“

Traudl Snajdr

 

„Ich möchte mich nochmal bedanken für die unglaublich tollen Tage in Berlin. Ihr habt Wunder gewirkt. In jeder Hinsicht, organisatorisch, inhaltlich, menschlich etc. Ganz dickes Lob an alle.“

Christine Lauterbach

 

„Ich möchte Ihnen noch einmal meinen großen Respekt ausdrücken, dass Sie uns zwei Lämmer (zur Erklärung: Er meint damit sich und den zweiten Debattenteilnehmer der Contra-Seite Prof. Dr. Martin Lambeck) in die Höhle des Löwen eingeladen (und ihnen kein Haar gekrümmt) haben. Würden die Wasserlinsen-Experimente Herr Baumgartners auch so gut funktionieren wie Ihr Experiment, wäre ihm ein Nobelpreis sicher.“

Dr. Christian Weymayr

 

 

Infobox Vorträge HOG-Symposium „Homöopathie 2013: Von der Erfahrung zum Wissen?“

PP Vortrag von Dr. Klaus von Ammon - Film des Vortrages.

PP Vortrag von Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner - Film des Vortrages.

PP des Vortrages von Rachel Roberts darf zur Zeit leider noch nicht veröffentlicht werden - Film des Vortrages.

PP des Vortrages von Kate Chatfield darf zur Zeit leider noch nicht veröffentlicht werden - Film des Vortrages.

PP Vortrag von Anne Schadde - Film des Vortrages.

Debatten-Leitsätze von Malte W. Wilkes 

PP Vortrag von Dr. Ingrid Pfanzelt - Film des Vortrages.

PP Vortrag von Dr. Seila Kulenovic-Latal - Film des Vortrages.

PP Vortrag von Angelika Wolf - Film des Vortrages.

PP Vortrag von Matthias Strelow - Film des Vortrages.

Die Filme aller Vorträge sind einzeln oder hier im Gesamtpaket beim "Verlag Homöopathie & Symbol" käuflich zu erwerben.


Wir danken ganz herzlich dem Verlag Homöopathie & Symbol für die Aufnahmen aller Vorträge als Filme!

 

Programmheft HOG-Symposium „Homöopathie 2013: Von der Erfahrung zum Wissen?“ 

  

 

 

Hauptsponsor Internationales SymposiumGSE Vertrieb

Biologische Nahrungsergänzung & Heilmittel GmbH  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterstützen Sie uns!

Jede Spende hilft!

Spenden