Erfahrungsbericht über den Aufenthalt in Bam und Teheran im November 2005

Reisebericht November 2005

Behandlung im Camp für Querschnittgelähmte
Vortrag Pasteur Hospital
Jutta Laurentius
Sonja Gasparini bei der Behandlung
Fallbearbeitung bis in die Nacht…
Essen im Guesthouse Arabi

Dr. Ahmady, ein Arzt der an der Universität von Teheran mit der Homöopathieausbildung angefangen hat, arbeitet hier seit über 18 Monate als Militärarzt. Er stellt uns zwei Container im Bereich des Bahan Health Center zur Verfügung und hilft mit vielen anderen Dingen, die wir benötigen, wie z.B. einem Auto, Heizstrahler, Tee, Datteln, Kontakten und Patienten ohne Ende.
Wir machen 25 homöopathische Erstanamnesen und weitere 35 Patienten kommen zum Follow up, d.h., sie werden weiter behandelt.

Neben den Patienten im Bahan Health Center besuchen wir auch wieder die Querschnittgelähmten. Die Behandlung dieser Gruppe stellt auch für uns eine große Herausforderung dar. Die Arbeit mit diesen mehrfach traumatisierten Menschen wird von der Taskforce (zentrale staatliche Koordinierungsstelle) und Caritas Italy sehr begrüßt.
Ein weiterer Einsatzort unserer Arbeit ist der Kindergarten für Waisen und Halbwaisen. Von jedem Aufenthalt gehen Tätigkeitsberichte an die verschiedenen koordinierenden Stellen in Bam und an das Gesundheitsministerium.

Gemeinsam mit den anderen 24 derzeitigen NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) stellten wir unsere Arbeit dem neuen Gouverneur von Bam bei einem Treffen der Task Force vor.
Im Pasteur - Hospital bekommen wir die Möglichkeit vor über 100 interessierten Zuhörern eine Einführung in die Homöopathie zu geben. Wir berichten über unser Bam-Projekt und stellen die "Homöopathen ohne Grenzen" vor. Unsere Arbeit als HomöopathInnen wird von den anderen Organisationen gerne gesehen und von den Patienten gut angenommen.

Über Dr. Arabi und Dr. Ahmadi werden wir versuchen, Homöopathiestudenten der Teheraner Universität eine Assistenz bei uns zu ermöglichen.

Glücklicherweise haben wir zwei wunderbare Übersetzerinnen, Najmeh Marsban und Parivash Shababi, die nicht nur wegen ihrer guten Sprachkenntnisse, sondern auch ihrer kulturellen Zugehörigkeit und Kenntnis der lokalen Strukturen eine unverzichtbarer Hilfe für unsere Arbeit sind.
Wir sind uns bewusst, dass es noch manche Unzulänglichkeiten bei der Erhebung der Krankengeschichte gibt, die zum einen durch unsere Unkenntnis der iranischen Kultur und zum andern durch die Fehlermöglichkeiten der Übersetzung bedingt sind, aber wir haben durch die Möglichkeit des Austausches schon unglaublich viel gelernt.

Während unserer Abwesenheit fungieren die beiden Dolmetscherinnen als unsere Repräsentantinnen. Sie werden sich über die lokalen Voraussetzungen einer Vereinsgründung informieren. Außerdem übersetzt bzw. schreibt Parivash gerade eine neue Patienteninformation (zum Mitgeben) mit einer einfachen Beschreibung der Homöopathie und einigen Hinweisen zum Einnehmen der homöopathischen Mittel.

Während unseres Aufenthaltes in Bam wohnen wir in Akbars Guesthouse. Dort werden wir mit gutem und abwechslungsreichen Essen versorgt und können in Ruhe nachts die Anamnesen ausarbeiten.

Es wird in Zukunft in Bam viel Arbeit geben. Unser Team muß wachsen.

Im Sommer 2006 wollen wir mit dem Homöopathieunterricht beginnen.

Sonja Gasparini und Jutta Laurentius

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Bam, Iran

Staat Iran

Provinz Kerman

Einwohner 100 000

Sprache Persisch (Farsi)

Religion Islam (Schia, Sunniten)

Bam, eine reiche Stadt in der Provinz Kerman im Südosten des Iran und wunderschöne Oase nahe der Wüste zu Afghanistan.

Am 26.12.2003 wird ein Großteil der Stadt Bam durch ein Erdbeben verwüstet. 40.000 der 100.000 Menschen sterben. Da sich das Beben in der Nacht ereignet, wo die Menschen schlafend in ihren Häusern liegen, bleiben viele Menschen querschnittgelähmt zurück. Die berühmte Zitadelle Arg-é Bam ist fast völlig eingestürzt. Sie spiegel die Situation der Bevölkerung wieder. Am 21.6.2004 wird die Stadt Bam erneut durch ein schweres Erdbeben erschüttert. Die Zitadelle wird 2004 durch die UNESCO zum Weltkulturerrbe erklärt und auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, um dadurch ihren Wiederaufbau zu sichern.