Abschluß des Bamprojektes

Zitadelle Arg-é Bam, Weltkulturerbe beim Erdbeben fast vollständig eingestürzt
Death is better than of this Life steht auf der Wand in Bam
Kooperationsvertrag „Iranian Homeopathic Association" und HOG
Jutta Laurentius, Dr. Arabi Gesundheitsamt Teheran, Lucia Wolf
Persische Kacheln
Besuch und Abschied
Bam reich an Datteln
Herzlichen Dank!
ElkeGüstenberg SigridReustle Efke UrselLessmann LuciaWolf JuttaLaurentius MargaretaSasker CarolaKistel ElisabethShahrasbi

Am 26.12. 2003 morgens um 4 Uhr bebte die Erde für 12 Sekunden im Süden des Irans.

Bam, eine Stadt mit 100 000 Einwohnern und ihrer Burg, die zum Weltkulturerbe gehörte, wurde komplett zerstört. 40.000 Menschen starben, zurück blieben viele querschnittgelähmte und traumatisierte Menschen. Über Verwandte kam der Hilferuf zu Elisabeth Shahrasbi nach Deutschland und zu Homöopathen ohne Grenzen.

Mitte 2004 fand die erste Erkundungsreise in den Iran statt. Es war unvorstellbar, was wir dort vorfanden. Die Menschen hausten in Zelten, und trotz allem Elend fanden wir unglaubliche Gastfreundschaft und Dankbarkeit für unser Interesse, verbunden mit dem Wunsch um Hilfe jeglicher Art.

Wir nahmen Kontakt auf zu den Behörden in Bam und Teheran, fanden Unterstützung durch das Gesundheitsministerium, man legte uns vor allem die Waisenkinder und Querschnittgelähmten ans Herz , wir kontaktierten iranische Homöopathen in Teheran und von der WHO in Teheran wurden wir in unserer Arbeit ermutigt

Ziel des Projekts war es, homöopathische Soforthilfe für die Erdbebenopfer anzubieten und dann vor Ort in Bam die Homöopathie zu etablieren, indem wir ansässige Ärzte und Healthworker zu Homöopathen ausbilden wollten.

Von Anfang an war es sehr schwierig für unser Projekt genügend finanzielle Mittel zu bekommen um eine feste Praxis in Bam zu installieren. Dazu kam die schwieriger werdende politische Lage im Iran.

Aber wir konnten 2005 mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums in Teheran, und mit Unterstützung der ansässigen Behörden mit der homöopathischen Behandlung der Menschen beginnen. Alle 2 Monate flog eine Delegation von HOG für 14 Tage nach Bam und jeder, der zurück kam, war tief beeindruckt von der Situation. Immer wieder wurden wir durch die Schwierigkeit in Deutschland Geld für dieses Projekt zu bekommen ernüchtert . Um auch innerhalb des Irans für Spenden zu werben, haben wir einen Antrag bei den Teheraner Behörden gestellt, um im Iran ein Bankkonto eröffnen zu können. Von der WHO in Teheran wurde uns finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, wenn wir die sogenannten Healthworkers in Homöopathie unterrichten würden. Wir haben endlos Berichte geschrieben und in Bam einen Kindergarten mit Waisenkindern betreut, sowie ein Camp mit Querschnittgelähmten.

Wir bekamen eine Praxis zur Verfügung gestellt, auch die Möglichkeit für einen Wohncontainer, wir haben 12 Stunden am Tag behandelt, Vorträge gehalten, Verhandlungen geführt, auch als Vorbereitung für die geplante Ausbildung.

Dann fand sich in Deutschland vor allem ein Spender, der uns regelmäßig und wesentlich unterstützt hat, so dass wir ganz langsam Licht am Horizont sahen. Die Verhandlungen mit den Teheraner Homöopathen waren so weit gediehen, dass wir mit ihnen zusammen eine Ausbildung anbieten wollten und die Praxis in Bam teilen, ein Kooperationsvertrag war unterzeichnungsbereit.  Ende 2006 kam das Aus.

Es waren 3 Jahre seit dem Erdbeben vergangen, der Ausnahmezustand für Bam wurde aufgehoben, es gab viele Veränderungen. In Teheran wurde die uns unterstützende Ärztin in einen anderen Bereich versetzt, in Bam wurde die Stelle des Amtsarztes neu besetzt. Und obwohl von der Seite des Bürgermeisters der dringende Wunsch bestand, dass wir weiterhin nach Bam kommen sollten, verweigerte der neue Amtsarzt uns die Praxisräume und erteilte uns keine Behandlungserlaubnis mehr, ja, er teilte uns deutlich mit, dass wir nicht mehr gebraucht würden.

So haben wir Anfang 2007 das Projekt beendet.

Fazit:
Wir haben von Mitte 2005 bis Ende 2006 200 Menschen homöopathisch betreut. Überwiegend waren es traumatisierte Patienten, die jetzt entweder mit Psychopharmaka oder gar nicht behandelt werden. Wir konnten in einem gewissen Rahmen Nothilfe leisten, die Homöopathie in Bam zu etablieren ist uns nicht gelungen.

Danksagung:
Wir danken allen, die uns bei unserer oft nicht leichten Aufgabe unterstützt haben, sei es durch finanzielle Hilfe, sei es durch aktive Unterstützung bei der Gestaltung eines Kooperationsvertrages, sei es durch Übersetzung.

Unser besonderer Dank gilt Michael Gracher von GSE (Biologische Nahrungsergänzung und Heilmittel GmbH, Saarbrücken), der uns durch seine Unterstützung Licht zeigte in einer Zeit großer Verzweiflung, Matthias Strelow, der uns mit seiner Erfahrung oft noch bis tief in die Nacht telefonisch unterstützte, Frau Dr. Arabi vom Gesundheitsministerium in Teheran, der Iranian Homoeopathic Association für ihre Unterstützung, Pfarrer Jacobi und seiner Familie in Teheran für die Beratungen und die kostenlose Möglichkeit in Teheran zu übernachten und nicht zuletzt unseren engagierten Übersetzerinnen und Übersetzern in Bam, ohne deren Hilfe gar nichts möglich gewesen wäre.

Wir bedanken uns bei Iran Airlines, die uns vergünstigte Flüge ermöglichte und besonders einer Crew, die für unser Projekt Geld gespendet hat, bei Herrn Tafazolu von der Bank Saderat in Teheran, der nicht nur mit viel Geduld nach Möglichkeiten gesucht hat, als deutsche NGO ein Konto im Iran zu eröffnen, sondern weit über seine Aufgabe als Bankangestellter hinaus uns weiter geholfen hat.

Neben der traurigen Erfahrung, dass wir unser Projekt unvollendet aufgeben mussten, haben wir unendlich viele liebenswerte, freundliche und hilfsbereite Menschen im Iran gefunden.


Die MitarbeiterInnen des Bam-Projekts

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Bam, Iran

Staat Iran

Provinz Kerman

Einwohner 100 000

Sprache Persisch (Farsi)

Religion Islam (Schia, Sunniten)

Bam, eine reiche Stadt in der Provinz Kerman im Südosten des Iran und wunderschöne Oase nahe der Wüste zu Afghanistan.

Am 26.12.2003 wird ein Großteil der Stadt Bam durch ein Erdbeben verwüstet. 40.000 der 100.000 Menschen sterben. Da sich das Beben in der Nacht ereignet, wo die Menschen schlafend in ihren Häusern liegen, bleiben viele Menschen querschnittgelähmt zurück. Die berühmte Zitadelle Arg-é Bam ist fast völlig eingestürzt. Sie spiegel die Situation der Bevölkerung wieder. Am 21.6.2004 wird die Stadt Bam erneut durch ein schweres Erdbeben erschüttert. Die Zitadelle wird 2004 durch die UNESCO zum Weltkulturerrbe erklärt und auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, um dadurch ihren Wiederaufbau zu sichern.