Februar 2012

Die Homöopathie-Ausbildung in Bolivien nähert sich ihrem Ende

Regenzeit in La Paz
Gruppenfoto der Schüler
Straßenfest in La Paz
Straßenfest in La Paz

Am 8.2.12 kommen wir in einem erstaunlich grünen und frischen La Paz an. Bald sollen wir merken, woher das Grüne und Frische kommt: es ist nämlich noch Regenzeit! Der südamerikanische Sommer äußert sich in La Paz auf 4000 m Höhe in 12 Grad tagsüber und ca 4 Grad nachts und Regen! Und das alles in ungeheizten Räumen!

Am 11. und 12.2 12 haben wir unser erstes Unterrichtswochenende. Wir sind diesmal in einer Schule untergebracht und unsere Schüler sitzen in richtigen „Schulbänken“. Wir unterrichten Miasmen und Nosoden und es macht sowohl uns als auch den Schülern viel Spaß.

Montag, den 13.2.12 erwartet uns die Lehrpraxis. Die Lehrpraxis ist in einem eher baufälligen Räumchen untergebracht, dessen Lehmwände und Dach jetzt in der Regenzeit mit Wasser vollgesogen sind. Morgens wischen wir erst einmal die Pfützen auf und senden einen Blick zu den Rissen an der Decke. Dann beschließen, wir zusammen mit Henry, da das Haus nun schon so lange steht, dass es das sicher auch noch zwei weitere Wochen tun wird - und fangen an zu arbeiten.

Eigentlich ist die Lehrpraxis für die Schüler eine gute Möglichkeit, den Umgang mit Patienten zu üben, während sie von uns noch Hilfe bekommen. Dieses Angebot wird unterschiedlich wahrgenommen. Am liebsten wäre es den Schülern immer noch, wenn wir die Patienten behandeln würden, statt, dass sie sich anstrengen müssen. Aber wir bleiben eisern: es muss immer ein Schüler anwesend sein und selbst behandeln, während wir unterstützend dabei sitzen!

Wir haben in diesen zwei Wochen 43 Fälle bearbeitet, davon waren 12 neu. Von den 31 Follow ups (Verlaufsbeobachtungen) sind 27 Fälle gut bis sehr gut gelaufen. Das ist doch eine schöne Bilanz!

Zweites Wochenende: wir weichen zu einer Schülerin aus, weil es wegen Karneval in der Schule zu laut zu werden droht. Wir wiederholen Blockaden in der Behandlung und die zweite Verschreibung. Wir machen mit den Schülern eine Probeprüfung. Schließlich unterrichten wir noch ein paar Arzneimittelbilder. Weil wir am Ende des Wochenendes merken, das die Schüler einfach nichts mehr aufnehmen können, unterrichten wir das letzte Arzneimittel, anhand der Verfilmung einer historischen Figur, Rasputin, der ein schönes Beispiel für Hyoscyamus abgibt. Das finden sie lustig und werden es sich sicherlich merken.

Auch am dritten Unterrichtswochenende lassen wir uns von einem Film helfen: bei dem Thema Patienten – Therapeuten Beziehung zeigen wir den Film „The Kings Speech“. Der Film findet bei den Schülern großen Anklang und es gibt sogar Popcorn!

Außerdem wird uns klar, das die Schüler an einem wichtigen Punkt in ihrer Ausbildung stehen: sie haben jetzt schon fast zwei Jahre Homöopathie gelernt und begreifen langsam, auf was für ein Gebiet sie sich da eingelassen haben: es ist schier endlos und man kann / muss immer weiter lernen!

Wir haben den Eindruck, dass ein wenig „Homöopathiefrust“ aufkommt und machen mit den Schülern eine Bestandsaufnahme: wo stehen sie mit der Homöopathie gerade? Ausgelöst wurde diese Diskussion durch den Fall einer schwer kranken Angehörigen einer Schülerin. Zu unserer Überraschung ist aber gerade diese Schülerin diejenige, die sich ganz sicher ist, dass ihrer Angehörigen dennoch durch die Homöopathie sehr geholfen wurde. Wir sind alle sehr beeindruckt. Viele Schüler erzählen, dass sie zwar den Arbeitsaufwand des Lernens unterschätzt hatten, dass sie aber an ihren Patienten (und hier besonders an Patienten, die ihnen nahe stehen) erstaunliche Verbesserungen beobachten konnten. Wir haben den Eindruck, dass die meisten von ihnen jetzt wieder mit frischem Eifer in ihre Homöopathiebücher schauen werden. Und das werden sie auch brauchen!

 

Birgit Delleske + Edeltraud Snajdr



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