Oktober 2012

Mit Teilnahmebestätigungen und Zeugnissen im Gepäck reisen wir zur Beendigung der ersten Phase des Bolivienprojekts in La Paz an

Am ersten Wochenende ist Unterricht. Einige Schüler beteiligen sich gut und mit homöopathischer Sichtweise an den Diskussionen, andere halten sich starr an das Unterrichtete und schaffen es nicht, zu abstrahieren. In Bolivien ist es üblich, Frontalunterricht zu halten und eigenes Erarbeiten von Unterrichtsmaterial ist nicht sehr verbreitet.

Im Anschluss an unseren Unterricht haben wir noch eine Geburtstagsüberraschung in Form einer Torte für unsere Übersetzerin Steffi vorbereitet, die sich sehr freut. Wir beschließen das Wochenende mit einer kleinen Geburtstagsfeier.

Wir verabreden während der Woche Einzelgespräche mit den SchülerInnen, in denen wir ihnen Rückmeldung geben, wie wir ihre Entwicklung einschätzen und fragen, was sie noch brauchen und wie wir sie in ihrer Entwicklung zur eigenständigen Arbeit unterstützen können.

Wir werten auch die Teilnahmebögen am selbst organisierten Unterricht aus. Entgegen der Aussagen der SchülerInnen schätzen wir die Teilnahme an den Lerngruppen und auch am medizinischen Unterricht als gut ein. In den drei Jahren wurden regelmäßig Lerngruppen veranstaltet und auch gut besucht.

Wir notieren alles ganz genau und beschließen, die Stundenzahlen des selbst organisierten Unterrichts in die Zeugnisse einzutragen.

Unser Angebot, mit den eigenen PatientInnen in die Praxis zu kommen, wird diesmal nicht gut genutzt, nur wenige SchülerInnen nehmen es in Anspruch.

Am zweiten Wochenende unterrichten wir noch einmal das Thema „Beziehung BehandlerIn-PatientIn“ mit Rollenspielen und achten darauf, dass sich Paare zusammentun, die sich nicht so gut kennen. Es entsteht ein guter Gruppenzusammenhalt.

Es laufen die letzten Planungen für unser Abschlussfest. Am nächsten Tag wird die zeremonielle Überreichung der Teilnahmebescheinigungen und Zeugnisse sowie Blumenübergabe an alle anderen UnterstützerInnen des Projekts, wie ÜbersetzerInnen und die LeiterInnen des medizinischen Unterrichts stattfinden.

Die SchülerInnen haben ein wunderbares Büffet aufgebaut und auch ihre Verwandten sind zur Abschlussfeier eingeladen. Es folgt ein schönes Fest mit Spielen und Tanz, ein gelungener Abschluss für unseren ersten Ausbildungsabschnitt.

Wir werden in den nächsten zwei Jahren weiterhin zweimal im Jahr nach La Paz reisen, um unsere SchülerInnen in ihrer neuen Praxis zu supervidieren.

Visionen:

Es wurde uns durch den Erziehungsminister angeboten, Erste-Hilfe-Kurse an den Schulen zu halten für die Lehrer, die für die Notfallbehandlungen zuständig sind. Wir müssten dann die Schulen mit kleinen Notfallapotheken ausstatten. Alfredo, unsere Kontaktperson zu den Ministerien und unser Schüler erhofft sich davon einen größeren Bekanntheitsgrad der Homöopathie in Bolivien. Er ist der Ansicht, dass wir dadurch langfristig Chancen hätten, über die staatliche Gesundheitsvorsorge in die Gesundheitszentren hineinzukommen.

Anja Kraus und Anke Glossner

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