Einblick Flüchtlingsprojekt November 2016

Homöopathie für Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz und im Saarland

Die homöopathische Therapie ist für das Gelingen der Integration der Flüchtlinge von großer Hilfe. Wenn Menschen ständig im körperlichen und seelischen Alarmzustand ihres akuten Traumas oder auch chronischen Traumas sind und das Nervensystem verrückt spielt, ist es sehr schwierig, die vielfältigen und wichtigen Integrationsangebote wahrzunehmen. Schlafstörungen, Alb-Träume, Flashbacks und unterschiedlichste psychosomatische Symptome, an erster Stelle Kopfschmerzen, blockieren die Ausgeglichenheit und die Konzentrationsfähigkeit. Dies kann sich in einer gesteigerten, oft unkontrollierbaren Aggressivität äußern oder auch zur Depression führen. Die Ungewissheit über ihre Zukunft oder das Schicksal ihrer Angehörigen können für die Flüchtlinge Heilungshindernisse darstellen. Mit Hilfe eines einfühlsamen Anamnesegespräches können belastende Erlebnisse und Lebenssituationen dem Therapeuten mitgeteilt werden. Durch die intensiven Gespräche, das empathische Zuhören in Präsenz und das Annehmen der Menschen in ihren Problemsituationen in Korrespondenz mit dem homöopathischen Arzneimittel wird es häufig möglich, heftige Stressreaktionen zu lindern. Die Selbstheilung / Selbstregulation wird in Gang gesetzt.

Die beiden HOG-Projektmitglieder Marita Hoffmann-Durben (M.Sc komplementäre Gesundheitswissenschaften) und Sandra Schmitt (M.Sc komplementäre Gesundheitswissenschaften) haben als Homöopathinnen im Oktober 2015 ihre Projektmitarbeit für Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland begonnen. Als erstes begann ein „Behörden-Hürdenlauf“ in Form von vielen Anrufen und Treffen mit Entscheidungsträgern, u.a. bei Diakonie, Caritas, Zentrale Aufnahmestelle Rheinland-Pfalz usw. Wir stellten unser Anliegen anschaulich dar, verwiesen auf die oben beschriebenen Vorteile der Homöopathie und unsere ehrenamtliche Arbeit. Es dauerte einige Zeit und viel Durchhaltevermögen, bis wir endlich Gehör fanden. Wir betreuen im Moment an zwei Orten Flüchtlinge und ihre Familien homöopathisch.

In Trier-Schweich, dem Wohnort von Marita Hoffmann-Durben, arbeiten wir aktuell einmal wöchentlich vor Ort in der Flüchtlings-Siedlung am Stadtrand. Die dortige leitende Sozialarbeiterin war uns und der Homöopathie gegenüber sehr aufgeschlossen und ermöglichte die ersten Termine. Aktuell betreuen wir über 20 Personen, viele haben schon einen oder mehrere Follow-up Termine wahrgenommen und jede Woche werden wieder neue Termine zur Erstanamnese angefragt. In Nonnweiler-Kastel, dem Wohnort von Sandra Schmitt, stellte die katholische Kirchengemeinde einen Raum unentgeltlich zur Verfügung, in dem wir ab Oktober 2015 wöchentlich und jetzt alle 2 Wochen therapieren konnten. Auch hier wurden bis heute 10 Flüchtlinge teilweise mit mehreren Folgeterminen behandelt. Aktuell sieht es schon so aus, dass die ersten Behandlungen abgeschlossen wurden bzw. Termine in großem Zeitabstand gegeben werden konnten.

Mit Andrea Kiefer (Heilpraktikerin) konnten wir noch eine weitere Homöopathin gewinnen, die ebenfalls als registriertes HOG-Projektmitglied unsere Arbeit unterstützt. Unsere Arbeit im Projekt gibt uns die Möglichkeit, viel Einblick in das derzeitige Leben der Flüchtlinge zu erhalten und wir erleben bei den oft tiefgehenden Berichten eine große Erweiterung unserer therapeutischen Arbeit mit traumatisierten Patienten. Eine große Bereicherung, die uns in unseren alltäglichen Praxen so nicht begegnet.

Nachdem unsere Arbeit angelaufen war, haben wir große Unterstützung von den hier in der Flüchtlingsarbeit tätigen Institutionen (Caritas und DRK) erhalten. Die homöopathische Behandlung wurde für die MitarbeiterInnen der Institution in Schweich/Mosel zum wichtigen Bestandteil der Integration bzgl. der Hilfe bei körperlichen und psychischen Beschwerden der Flüchtlinge. Wir wurden gefragt, ob die Arbeit in mehreren Unterkünften in Rheinland-Pfalz (Mertesdorf, Kell am See, Saarburg und Konz) möglich wäre. Leider ist es uns z. Zt. in Ermangelung von mitarbeitenden HomöopathInnen (unser Team besteht z. Zt. aus nur drei Therapeutinnen) nicht möglich, in allen Unterkünften zu behandeln.

Wir würden uns freuen, wenn wir bald Unterstützung für unser Team bekommen würden. Bitte gerne melden bei M. Hoffmann-Durben unter naturheilpraxis-schweich@gmx.de

 

Marita Hoffmann-Durben

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