Einblicke „Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland“ / Februar 2015

Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland

Traumatisierende Erfahrungen auf der Flucht und rund um das Ankommen bilden den Hintergrund für psychische und körperliche Beschwerden von Geflüchteten in Deutschland. Ihnen steht in Deutschland in der Regel eine schulmedizinische Versorgung zu. Sie haben jedoch keinen Zugang zu komplementärer naturheilkundlicher Behandlung. In unserem neuen Projekt „Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland“ setzt die ganzheitliche homöopathische Behandlung bei den aktuellen Beschwerden an, gleich ob sie körperlicher oder psychischer Art sind, und bietet den Geflüchteten Hilfe bei ihrem Neuanfang.

Angesichts der beispiellosen Zahl der Geflüchteten, der wir uns in Deutschland gegenwärtig gegenübersehen – immerhin dem größte Flüchtlingsaufkommen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, haben sich HOG  und Homöopathie in Aktion (HiA) zusammengetan: Sie bieten in einem neuen gemeinsamen Projekt Geflüchteten, die oft schwer traumatisiert in Deutschland ankommen, homöopathische Hilfe an.

Viele Geflüchtete erhalten in Deutschland zu wenig medizinische oder psychologische Hilfe, weil sie entweder keinen legalen Aufenthaltsstatus haben oder aber die vorhandenen Strukturen überlastet sind. Daher bietet das Projekt „Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland“ Menschen mit und ohne Aufenthaltserlaubnis homöopathische Sprechstunden an – und dies an möglichst vielen Orten in Deutschland. Seit Frühjahr 2015 laufen Gespräche mit MitarbeiterInnen in sozialen Beratungsstellen, Geflüchteten-Initiativen, Vereinen, Flüchtlingsräten oder Ehrenamtsgruppen, PatInnen und SprachmittlerInnen, damit möglichst viele Geflüchtete von der Initiative erfahren.

HOG und HiA behandeln seit vielen Jahren ehrenamtlich in Auslandseinsätzen (HOG) und in Deutschland (HiA) Patienten unterschiedlichster Kulturen mit klassischer Homöopathie. In dem Projekt „Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland“ engagieren sich ehrenamtlich tätige HomöopathInnen mit viel Praxiserfahrung, speziell in der Behandlung von Traumata. Ein Beispiel: Die HOG-MitarbeiterInnen haben viel Erfahrung zum Thema Traumaarbeit und Homöopathie in Bosnien-Herzegowina sammeln können, wo es so gut wie keine psychologische Betreuung gab. Was die Menschen erhielten, waren im besten Fall  Psychopharmaka wie Antidepressiva und Beruhigungsmittel. Viele Patienten hatten nicht das Gefühl, dadurch Erleichterung zu finden.

Die HomöopathInnen von HOG und HiA erfassen die Gesamtsituation der Geflüchteten in einem ausführlichen Anamnesegespräch, bei Bedarf auch mit Unterstützung durch ÜbersetzerInnen. Bei jeder Behandlung versuchen die HomöopathInnen zu verstehen: Was waren die Auslöser? Welche herausfordernden Lebensereignisse hatten diese Frau, dieser Mann, dieses Kind zu bewältigen? Bereits die empathisch geführte Erstanamnese empfinden die Menschen als hilfreich und erleichternd. Darüber hinaus stehen uns in der Homöopathie aber vor allem etliche Arzneien zur Verfügung, die ausgesprochen wirkungsvoll in der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse sein können.

Auf dieser Grundlage können Homöopathen wirkungsvoll mit einer Therapie ansetzen, denn oft genug sind die Geflüchteten zunächst entweder nicht in der Lage über ihre Geschichte zu sprechen oder sie trauen sich nicht. Auch im Rahmen unserer HOG-Projekte in Sri Lanka und im Iran haben wir erfahren dürfen, wie gut Menschen, die unter einem posttraumatischen Belastungssyndrom leiden, auf diese Formen der Homöopathie ansprechen.

Unverarbeitete traumatische Erlebnisse führen bei vielen Menschen auch zu körperlichen Erkrankungen vielfältiger Art. Aus Ihrer homöopathischen Praxis kennen die MitarbeiterInnen von HOG und HiA geflüchtete Menschen mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen und Diagnosen: Darunter sind Asthma, Albträume, ADHS, Bronchitis, Bettnässen, Blasenentzündung, Migräne, Magenbeschwerden, Regelschmerzen, Schlafstörungen, wiederkehrende Infekte und Zysten. Die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Organismus durch die Gabe homöopathischer Arzneimittel führt in sehr vielen Fällen zu einer deutlichen Besserung der vorhandenen Beschwerden.

Die Initiative „Homöopathie für Flüchtlinge in Deutschland“ ist auf Unterstützung und auf Spenden angewiesen.

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Wer sich wichtiges Fach- und auch interkulturelles Allgemeinwissen für das neue Projekt aneignen will, kann im Vorfeld an einer Trauma-Fortbildung teilnehmen. Für die Mitarbeit im HOG-Projekt für Flüchtlinge ist die Fortbildung nicht Bedingung, viele der projektinteressierten KollegInnen wünschen sich jedoch eine spezifische Vertiefung ihrer Kenntnisse über Traumatisierung. Die erste Trauma-Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Psychotraumatologie e.V. Kassel im März 2015 war schnell ausgebucht. Weitere speziell auf das Projekt zugeschnittene Fortbildungen sind für Sommer/Herbst 2015 in Planung. Die genauen Termine und Seminarorte werden baldmöglichst bekanntgegeben. Dafür empfehlen wir schon jetzt eine Anmeldung.

Kontakt für UnterstützerInnen und Infos zur Trauma-Fortbildung

Ansprechpartnerinnen

Dr. Maria Möller
Regina Mössner

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