Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf

Homöopathie für Flüchtlinge in Düsseldorf: Beate Ruttkowski, Janina Huppertz und Lucia Wolf vor dem Welcome Center am Hauptbahnhof (von links nach rechts)

Unter diesem Motto lud ich im September 2015 KollegInnen in Düsseldorf zu einem Austausch ein. Gemeinsam überlegten wir: Was können wir in Düsseldorf im Rahmen des Flüchtlingsprojekts von HOG und HiA anbieten? Fest stand: In einer Flüchtlingsunterkunft wollten wir nicht arbeiten. Unsere Idee war ein längerfristiges Angebot. Zunächst knüpften wir Kontakte zu Verbänden und Initiativen, darunter die Diakonie, AWO, Kindernothilfe, das Psychosoziale Zentrum, Welcome Center und Flüchtlingscafes verschiedener Einrichtungen. Unsere Arbeit begannen wir kurz darauf in einem Raum der Diakonie. Die sehr bemühten MitarbeiterInnen druckten unser Angebot in englischer und arabischer Sprache auf ihre Werbeflyer. Doch bei der Diakonie gab es einen ständigen Wechsel der MitarbeiterInnen, unser Beratungsraum lag in einer anderen Etage als das Flüchtlingscafe. Nur wenige Flüchtlinge, die eigentlich zum Kaffee trinken, spielen und reden vorbeikamen, fanden den Weg zu uns. Im Frühjahr 2016 wurde das Gebäude wegen Umbau dann ganz geschlossen.

Wie so oft, tat sich eine neue Tür auf. Das aktivste Welcome Center hatte von der Stadt Räume direkt hinter dem Hauptbahnhof bekommen – Tür an Tür mit der Meldestelle, der VHS und der zentralen Stadtbücherei. Ein Knotenpunkt auch für die Flüchtlinge. Im Welcome Center wird Ehrenamt koordiniert und vernetzt und die gut gepflegte Website mit ihrem umfangreichen Terminkalender war uns schon länger aufgefallen. Auch unser Angebot war dort von Anfang an zu finden. Die MitarbeiterInnen zeigten weiteres Interesse an unserem Angebot und so verlegten wir es in die Räume des Welcome Centers. Seitdem hängt ein gut sichtbares Plakat von HOG mit unserem Angebot im Fenster und wir bieten vor Ort jeden Montag von 12 bis 14 Uhr eine Sprechstunde an. Wir nennen das Angebot Gesundheitsberatung. Das macht unser Angebot verständlicher und vermindert die Hemmschwelle für die Flüchtlinge. Tatsächlich verweisen wir, wenn nötig, an entsprechende ÄrztInnen oder das Gesundheitsamt. Eine Visitenkarte mit den nötigen Informationen auf Deutsch und Englisch verteilen wir an MultiplikatorInnen.

Wir haben uns gefragt, warum mehr Männer als Frauen mit Kindern das Angebot wahrnehmen. Liegt es daran, dass die Sprechzeit in die übliche Unterrichtszeit fällt? In Zukunft werden wir mittwochs von 16 bis 18 Uhr dort sein, wenn die meisten Arztpraxen geschlossen sind und die Schul- und Kindergartenkinder bei ihren Müttern. Zur Zeit sind wir sieben aktive Homöopathinnen. Ein Doodle Kalender organisiert uns, so dass zu jedem Termin zwei von uns vor Ort sind.

Janina Huppertz

 

 

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