Projektplanungsphase im Amazonas Regenwald

Im August 2012 reisten wir, drei Mitarbeiter von HOG, auf Einladung zweier indigener Comunidades (Gemeinden) in den amazonischen Regenwald von Ecuador...

... um in einer ersten Erkundungsreise den dort lebenden Achuar und Shuar die Homöopathie vorzustellen und uns über den Wunsch nach einem zukünftigen Ausbildungsprojekt ein Bild machen zu können.

Während unseres homöopathischen Einführungskurses, der auf reges Interesse stieß, konnten wir auch viel über die Heilweisen der Indigenen erfahren und waren beeindruckt von ihrem Wissensschatz der Pflanzenheilkunde sowie über den Reichtum an Heilpflanzen im Regenwald selbst.

Auf einigen Exkursionen konnten wir uns von der Vielfalt überzeugen, die der Regenwald bietet, der in diesem Gebiet ein echter Primärwald ist und die letzte Eiszeit unberührt überstanden hat. Beeindruckend waren insbesondere die unterschiedlichen Pflanzen zur Behandlung von Verletzungen, die teilweise hochgiftig sind. Auch der „Drachenblutbaum“, der einen tiefroten Saft tropfenweise aus dem Einschnitt mit der Machete absondert, gehört zu den wichtigsten Verletzungsmitteln und ist im Wald jedem bekannt.

Trotzdem klagten die Einheimischen über immer kompliziertere Krankheitsbilder, die sie selbst nicht mehr erfolgreich behandeln könnten sowie über das zunehmende Vergessen der eigenen Heilweise, die nur noch sehr oberflächlich weitergetragen würde. Aus diesem Grund baten sie uns um Unterstützung, für ihre Comunidades die therapeutischen Möglichkeiten und das gesundheitliche Netzwerk zu verbessern, was sie selbst wiederum unabhängiger macht.

Dabei könnte die Homöopathie in den Augen der Achuar und Shuar einen wichtigen Platz einnehmen, und eine Grundausbildung für viele Interessenten ein erster Schritt in dieses Netzwerk bedeuten.

Die geographische Lage und das fehlende Straßennetz, das viele Einwohner bewusst ablehnen, um sich gegen das zunehmende Eindringen fremder Einflüsse in den Wald (Ausbeutung von Bodenschätzen durch große Unternehmen und Zerstörung des Regenwaldes und damit der indigenen Kultur) zu schützen, die klimatischen Gegebenheiten und die Suche nach einem geeigneten Ort, der von möglichst vielen Interessenten aus verschiedenen Regionen zu erreichen ist, verlangen von uns eine genaue Planung und aufwendige Vorarbeit des zukünftigen Projektes.

Eine weitere Herausforderung besteht in der unterschiedlichen Vorbildung der zukünftigen TeilnehmerInnen an der Homöopathie – Ausbildung: Es besteht Interesse bei Indigenen aus dem Regenwald mit und ohne medizinischer Ausbildung, genauso wie bei Krankenhauspersonal aus dem ecuadorianischen Hochland. Glücklicherweise handelt es sich bei dem Krankenhaus um ein naturheilkundlich orientiertes, so dass auch ein Austausch von naturheilkundlichem Wissen zwischen beiden teilnehmenden Gruppen im Bereich des Möglichen liegt und einem weiterem Aufbau von Netzwerken dient. Natürlich muss für diese besondere Situation ein abgestimmter Lehrplan erarbeitet werden, der den verschiedenen Voraussetzungen bei den Studierenden weit möglichst gerecht wird. Kein leichtes Unterfangen, aber glücklicherweise können wir auf die Erfahrungen in ähnlich gelagerten Projekten zurückgreifen.

Die Unterstützung der dort lebenden Menschen im Sinne eines eigenständigen Gesundheitswesens
wäre nicht nur eine Hilfe zur Selbsthilfe durch die Homöopathie, sondern eine Stärkung ihres eigenen
kulturellen Wissensschatzes und somit eine Stärkung der eigentlichen Schützer des Regenwaldes.

Marion Böhm und Christine Lauterbach

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Ecuador Info

Fläche 283.561 km²

Einwohner 15 Mio

Bevölkerungsdichte 55 Einwohner/km²

Amtssprache Spanisch