Einblick Ecuador Dezember 2018

Traditionelle Medizin auf dem Indigenenmarkt

 

 

 

Einblick Ecuador Dezember 2018

Neues Selbstbewusstsein in traditionellen Kulturen

Die Menschen in Puyo gehen sehr glücklich und offen durch die Straßen. Das Land scheint sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation in einer Aufwärtsstimmung zu befinden. Zum Gratiskonzert von „Nacho“ mit Street-Food-Festival kommt die halbe Stadt. Im Zentrum entstehen immer mehr moderne Geschäfte und Cafés zwischen den herkömmlichen Verkaufsbuden und Garküchen.

Vor allem die indigene Bevölkerung wirkt selbstbewusster, auch in Bezug auf ihre Kultur, Sprache und Heilmethoden. Das Wissen über traditionelle Medizin wird plötzlich bereitwillig weitergegeben, was früher nur innerhalb der Familie möglich war.

Im Kurs unterrichten wir die wichtigsten Verletzungsmittel, damit Schnitte, Stiche und Wunden etc. im Wald besser behandelt werden können. Alle möchten sich ein eigenes Symptom-Memory erstellen und mit nach Hause nehmen, in der Mittagspause und auch zu Hause wird fleißig nachgearbeitet.

Beim Intercambio zu lokalen Heilpflanzen stellen die Teilnehmer sehr detailliert vor, wie medizinale Pflanzen geerntet, zubereitet und dosiert werden. Die unterschiedlichen Anwendungsweisen werden ausführlich diskutiert und das bisher nur mündlich überlieferte Wissen wird erstmals auch aufgeschrieben. Auch hier zeigt sich die neue Offenheit, Wissen zu teilen und weiterzugeben – auch an uns. Allen ist inzwischen bewusst, dass das wertvolle Wissen um traditionelle Heilweisen auszusterben droht, da es kaum noch Schamanen gibt.

Außerdem erleben wir bei den Teilnehmern einen selbstbewussten Umgang mit ihren homöopathischen Mitteln. Sie bieten die Behandlung in der Dorfgemeinschaft an, was zur Selbstständigkeit vor allem der Frauen im Wald beiträgt. Wir sind sehr glücklich über diese positive Entwicklung!

 

Mirijam Vogels und Nicola Lehmkühler

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