Die Reise geht weiter...

Wenn man eine Reise tut, gibt es jedesmal vorher Aufgaben zu erledigen. Man fragt sich, wie wird es wohl sein, was erwartet uns, was muß ich alles mitnehmen? So geht es uns, bei unseren Reisen von HOG aus, ebenfalls. Die Vorbereitungen sind umfangreich, vor allem, wenn ein Projekt noch am Anfang steht. Wir müssen viele Dinge im Blick haben: als erstes natürlich den Unterricht. Bei dieser Reise fand die zweite Unterrichtseinheit statt. Dafür wollen wir natürlich gut ausgestattet sein: anschauliches Unterrichtsmaterial, wie Bilder und hand outs mit guten spanischen Übersetzungen. Werden alle Schüler des letzten Unterrichtes da sein, sind alle informiert, gibt es weitere Teilnehmer? Fragen über Fragen, die uns mit einer positiven Erwartungsspannung füllen.

Unser Projekt in Ecuador ist ein bottom-up Projekt, die Entwicklung geschieht sozusagen von unten nach oben. Es gibt keine übergeordnete Instanz, die das Projekt von oben dirigiert und begleitet. Unsere Teilnehmer sind zugleich unser Partner in diesem Projekt. So bleibt die Verantwortung für das Projekt in einer Ebene und wird von allen, sicherlich mit unterschiedlichen Anteilen, getragen. Für uns bedeutet das, daß wir hier Strukturen gemeinsam entwickeln müssen. Das betrifft zum Beispiel den Unterrichtsort, durchaus auch Versorgung und Unterbringung von Teilnehmern während der Unterrichtszeit und das ganz wichtige Thema der Kommunikation mit uns und auch untereinander. Es ist also ein ganzer Strauß an Dingen zu erledigen, zu bedenken und zu diskutieren. Das gehört alles mit ins Gepäck, ebenso wie die Kleidung für den Regenwald!

Was gibt es nun Konkretes nach dieser Reise zu berichten? Das Projekt hat wieder einen Entwicklungsschritt getan! Es stehen 22 Schüler auf unserer Teilnehmerliste. Wir haben viele Angehörige unterschiedlicher indigener Kulturen an einem Tisch gehabt: Huaorani, Quichua, Zápara, Nawe, Achuar, Shiwiar. Der Unterricht hat seinen Platz gefunden, auf einer kostenlos zur Verfügung gestellten Finca. Der Austausch der Kulturen, der sich in dem Begriff Intercambio im Projektnamen zeigt, fand das erste Mal an einem Nachmittag statt. Es gab eine offene Stimmung, die das Herz erwärmt und in uns einen Nachklang findet. Auch das gemeinsame homöopathische Lernen fand in dieser Atmosphäre statt. Meine Fehler bei den unregelmäßigen Verben im Spanischen wurden liebevoll, oft im Chor, korrigiert. Wir fühlten und fühlen uns sehr verbunden.

Es gibt weiterhin viel zu tun. Wir besuchen jeweils bei den Reisen ein Dorf (eine communidad) um die Gesundheitsprobleme besser zu verstehen und unsere Ausbildung entsprechend anzupassen. Schon mit der Homöopathie gesammelte Erfahrungen sollen dokumentiert werden, damit wir später unsere Arbeit evaluieren können.

Die Reise geht weiter...

Martina Günther, November 2014

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