Homöopathie trifft auf indigene Heilweisen in Ecuador

Die Stadt Puyo, ein Schmelztiegel indigenen Lebens, in dem Achuar, Shuar, Zápara, Huaroani und Quetchua gleichermaßen leben und überleben.

Das zweite Treffen

Der Regenwald Ecuadors und seine Bewohner stehen gerade in diesem letzten Jahr unserer Planungsphase für eine homöopathische Ausbildung massiv unter Druck. Einschneidende politische Entscheidungen der ecuadorianischen Regierung zur Erdölförderung in den Regenwaldgebieten gefährden mehr und mehr die Existenz vieler indigener Völker und wirken sich zunehmend auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung aus.

So führte uns unsere zweite Reise zum Aufbau einer homöopathischen escuelita (span.: kleine Schule) in diesem Sommer in die kleine Regenwaldstadt Puyo, einem Schmelztiegel indigenen Lebens, in dem Achuar, Shuar, Zápara, Huaroani und Quetchua gleichermaßen leben und überleben.

Von hier aus versuchen sie, ihre Interessen zu formulieren, der zunehmenden Zerstörung des Waldes entgegenzuwirken, sich zu treffen und auszutauschen. Und hier sind auch viele Familien aus den verschiedensten Regenwaldgebieten gestrandet, auf der Suche nach Arbeit und Gesundheit, die in vielen Gebieten des Waldes nicht mehr gewährleistet sind.

Die Menschen vor Ort beklagen einen sich rasant verschlechternden Gesundheitszustand, eine zwar staatlich garantierte, aber schlechte Gesundheitsversorgung sowie den Verlust ihrer kulturellen Identität und Unabhängigkeit. Und damit schleicht sich fast unmerklich das Wissen um traditionelle Heilweisen aus dem Bewusstsein der eigenen Bevölkerung .

Außer dem großen Interesse an der Homöopathie und dem leichten Zugang der Indigenen zum Verständnis einer energetischen und ganzheitlichen Heilkunst haben unsere Interessenten eine ganz eigene Vision entwickelt.

Im Rahmen einer homöopathischen Ausbildung wollen sie auch das Wissen um ihre eigenen Heilpflanzen wiederbeleben und somit aus einer rein homöopathischen Schulung ein „Centro del Intercambio“ (Zentrum des Austausches) wachsen lassen, in dem wir alle Lernende sein können.

Der Eintritt in die moderne Welt und das Eindringen der modernen Welt in das Amazonasgebiet Ecuadors bringt den Menschen dort viele neue gesundheitliche Probleme, einige davon, so erzählen sie, seien außerdem mit ihren eigenen herkömmlichen Mitteln nicht mehr zu bewältigen.

Viele der jungen Menschen sehen in der Chance, die Homöopathie zu erlernen und ihre eigenen kulturellen Heilweisen gleichzeitig wieder aufleben und gegebenenfalls ineinanderfließen zu lassen, eine visionäre Verbindung von Moderne, Tradition und Unabhängigkeit.

Die Vernetzung der Menschen untereinander in Puyo wie auch im Regenwald hat uns Reisende von HOG sehr berührt, das dort vorhandene Bewusstsein um eine gemeinsame Verantwortung beschämt.

Der Aufbau eines „Centro del Intercambio“ ist nicht nur sehr erfolgsversprechend für alle Beteiligten, sondern auch (neben viel Arbeit) ein großes Geschenk.

Marion Böhm, Ecuadorreise 2013

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