Pan- African-Congress of Homeopathy in Kenia

Das große Rätselraten bei den „Homöopathen ohne Grenzen“ (HOG) beginnt. Was verbirgt sich hinter dieser Einladung von Marie Magré, Camilla und Jeremy Sherr sowie Peggy Bidé zum Pan- African-Congress of Homeopathy in Kenia im Mai 2012?

Pan-African-Congress of Homeopathy, Kenia von Jutta Laurentius

Was soll Sinn und Zweck dieses Kongresses sein?
Es kristallisiert sich heraus, dass es ein Kongress der Begegnung und des Austausches zwischen den unterschiedlichen NGO`s (Non Gouvernement Organisations), die in Afrika arbeiten, werden wird. Alle vereint, dass sie die Homöopathie auf dem Afrikanischen Kontinent verbreiten wollen.
„It is aimed to bring us together to share information about homeopathy: practicing, teaching, research and managing projects in Africa.“
Dies ist das passende Thema für HOG. Immerhin sind die „Homöopathen ohne Grenzen“ seit 1997 auf dem großen Kontinent vertreten; HOG arbeitet zur Zeit in drei homöopathischen Ausbildungsprojekten auf dem Afrikanischen Kontinent.
Ich hoffe, dass folgende  Fragen auf dem Kongress beantwortet werden:

  • Macht die Arbeit der NGO´s in Afrika überhaupt Sinn?
  • Wie sieht sinnvolle homöopathische Arbeit in Afrika aus?
  • Was läuft gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf?
  • Wie kann man die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Projekten und Einzelpersonen optimieren?

Meine Aufgabe vor Ort wird es sein, die Vorträge unter diesen Aspekten kritisch zu beleuchten, Interviews mit den Teilnehmern zu führen und den Kongress filmisch zu dokumentieren.


HOG beim Kongress

Homöopathieschule in Kwale

Die „Homöopathen ohne Grenzen“ reisen mit fünf Mitgliedern nach Kenia:
Elisabeth von Wedel, 1. Vorsitzende von HOG, sie wird zusammen mit
Matthias Strelow, 1. Vorsitzender der „Homeopath World Wide“ auf dem Kongress über das Unterrichten in verschiedenen Kulturkreisen sprechen. Christa Ehrlich vom Hebammen - Projekt in Lamu, Ingrid Pfanzelt für das Projekt Sierra Leone und Jutta Laurentius, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit HOG.
Auf dem Weg nach Kwale zum Kongress machen wir noch eine Stippvisite bei unserem Projekt auf Lamu. Hier werden analphabetische Hebammen und medizinisches Personal in Homöopathie ausgebildet. Wir holen uns bei den Homöopathiestudenten vor Ort Lob, Kritik und Anregung für die Arbeit von HOG ein. Anschließend reisen wir mit drei der Studenten weiter nach Kwale.
Wir werden sie auf dem Kongress über unsere Arbeit berichten lassen, denn sie können diese am besten beurteilen.
Mit dem Boot übers Meer und dem Bus durch faszinierende Landschaften schaukeln wir durch Busch und Dörfer gemeinsam nach Kwale.
In Kwale eingetroffen sind wir erst einmal sprachlos.
Marie Magré, eine junge Holländerin, hat hier innerhalb von 7 Jahren  quasi aus dem Nichts eine Homöopathieschule und eine Krankenstation errichtet.
Die Schüler wohnen im angeschlossenen Internat. Sie lernen Homöopathie, hospitieren in der Krankenstation, später behandeln sie selbst unter Supervision und gehen dann in die umgebenden Regionen um dort homöopathisch zu arbeiten.
Inzwischen sind aus den ersten Abschlussjahrgängen schon erste Homöopathie-Dozenten hervorgegangen.
Neben der Homöopathie haben die Schüler noch viele andere Fächer, unter anderem lernen sie Rad fahren und Schwimmen. Denn in Kenia ertrinken immer wieder viele Menschen im Meer.


Der Kongress

Auditorium in Kwale

Es ist ein bunter Reigen von Rednern, die ihre homöopathische Arbeit in Afrika in sehr dicht und eng gesteckten Vorträgen vorstellen.
Ca . 70 Teilnehmer aus 15 Ländern (Swasiland, Tansania, Ghana, Botswana, Gambia, Kenia, Malawi, Sierra Leone, Israel, Kanada, Niederlande, Großbritannien, USA, Schweiz, Deutschland) sind vertreten.
Die verschiedenen Projekte haben unterschiedlichste Strukturen, die vorgestellt werden.
Interessant ist besonders ein Vortrag von Julius Wambua und Steve Smith (TORU Health Centre), die Ratschläge zur Errichtung von erfolgreichen mobile clinics geben.
Dennoch gibt es ähnliche Probleme:

  • Wie geht man mit den Behörden um?
  • Wie mit den Medien und Skeptikern?
  • Wie kann die Homöopathie sinnvoll in die bestehenden Gesundheitssysteme eingebaut werden?

Darüber spricht Matthias Strelow (HWW).

Hebamme Rehema tanzt und singt Arzneimittelbilder

Die verschiedensten Unterrichtsmodelle zur Vermittlung der klassischen Homöopathie werden von den verschiedenen Projekten genutzt und präsentiert.
Elisabeth von Wedel und Matthias Strelow referieren über die Herausforderung des Unterrichtens in anderen Kulturkreisen. Ein Fazit ist: Um wirklich gut Homöopathie erlernen zu können, sollte der Unterricht in der Muttersprache der Studenten abgehalten werden.
Besonders beeindruckt die Hebamme Rehema, die als Analphabetin im HOG - Projekt Lamu  die Grundzüge der Homöopathie erlernt hat und anschaulich auf Kisuaheli singt vorspielt und tanzt, wie sie vielen Gebärenden und Neugeborenen mit ihren homöopathischen Arzneimitteln helfen konnte.
Noam Bar wirbt für online- Unterricht, um Ressourcen zu sparen.
Natürlich werden kurze homöopathische Fälle präsentiert, u.a. über Adamas
(Diamant) und Olive bei HIV /Aidspatienten.
AMP von Artemisia annua, Cassava, Baobab und Ostrich, dem Vogel Strauß, stoßen auf reges Interesse.
Die großen Erkrankungen des afrikanischen Kontinents Malaria, HIV/Aids, Typhus und der Hunger nehmen am meisten Raum ein.

Jeremy Sherr
Barbara Braun

Besonders spannend ist  die Frage, die Jeremy Sherr in seinem Vortrag aufwirft: Gibt es „Genius epidemicus“- Arzneien für HIV/AIDS.  Er ist vor Jahren mit seiner Frau Camilla und den 3 gemeinsamen Kindern nach Tansania gezogen um dort die Menschen mit HIV/Aids zu behandeln. Auf Grund seiner langjährigen Erfahrung mit dieser Erkrankung kommt er zu dem Schluß, dass die AIDS- Erkrankung ein eigenständiges Miasma darstellt. Entsprechend Hahnemanns Vorgehensweise bei der Entwicklung des miasmatischen Konzeptes stellt  er Symptomenreihen zusammen und sucht die geeigneten homöopatischen  Arzneien.

Barbara Braun vom „Swaziland Homeopathy-Project“ hat die HIV/Aids – Behandlungsfälle statistisch ausgewertet. Neben den am häufigsten verwendeten homöopathischen Mitteln erfahren wir viel über die Nebenwirkungen der konventionellen HIV/Aidstherapie und die Art des Umgangs damit vor Ort. Der Eindruck entsteht, dass die flächendeckende Verteilung der entsprechenden Medikamente eine große Geldwaschanlage ist.
Richard Pitt stellt auch die „PC-resonances“ vor. Ganz anders der Vortrag von Kaviraj das Vaikunthanath über Pflanzenbehandlung mit homöopathischen Mitteln.

Outdoor Kueche

Neben all der Arbeit gibt es auch noch Zeit für einen Tanzabend bei dem regionale afrikanische Tänze getanzt werden, einen kurzen Spaziergang in den Dschungel mit einer herrlichen  Sicht aus der Höhe ins Tal, wo wir in der Ferne eine Elefantenherde als kleine Punkte ausmachen können.
Flankiert werden die Vorträge von großartigen Buffets, bei denen uns die Schülerinnen der „Kwale school of homeopathy“ bedienen. Der Koch erkundigt sich immer wieder ob es uns schmeckt und verbreitet gute Laune. Spannend ist der Blick hinter die Kulissen, in der offenen Küche unter einem Schilfdach arbeiten viele Leute. Daneben sieht man den Koch und seinen Helfer  ganze Schweine mit der Axt zerteilen, über einem großen Holzfeuer hängt ein riesiger Topf in dem besonders große Stücke zubereitet werden.

Ich bin stolz auf meine Kollegen von HOG, die in ihren Vorträgen gezeigt haben, daß sie politisch und ethisch korrekt und reflektierend arbeiten.

Mein Faszit nach dem Kongress mit vielen begeisterten Stimmen der jetzigen und ehemaligen Homöopathiestudenten ist es, es macht Sinn, in Afrika Homöopathie zu unterrichten. Unterricht und die homöopathische Behandlung werden sehr geschätzt.
Die nun schon länger praktizierenden afrikanischen Homöopathen dringen darauf, viele weitere einheimische Stoffe zu potenzierten Arzneien zu verreiben und zu prüfen.
Lehrer, wie unsere Studentin, die Hebamme Rehema werden nun ausgetauscht, damit in landeseigenen Dialekten die speziellen homöopathischen Erfahrungen der verschiedenen Projekte an die anderen weiter gegeben werden können.
Die Errichtung einer gemeinsamen Datenbank wird beschlossen, um in noch größerem Maasstab die Erfahrungen besonders mit den Erkrankungen HIV /Aids und Malaria und deren Behandlung auszuwerten. Der Beginn einer gut vernetzten Arbeit der homöopathischen NGOs auf dem afrikanischen Kontinent ist geschaffen.

Gut gelaunt fahre ich mit meiner Kollegin Christa Ehrlich und den 3 Studenten  erneut nach Lamu um sie dort zu unterstützen. Wir unterrichten Homöopathie und behandeln in der Lehrpraxis. Und ich führe dort noch  weitere Interviews mit den Homöopathieschülern und Patienten.

Die interessantesten Vorträge stellen wir Ihnen hier auf unserer Website zur Verfügung http://homoeopathenohnegrenzen.de/aktuelles/africa-congress/

Filme hier auf der HOG – Website http://homoeopathenohnegrenzen.de/aktuelles/africa-congress/:

Film 1
Homeopathy as a treatment for HIV and Aids in Swaziland, Barbara Braun
Film 2
Teaching techniques used in  Kenya / Lamu Project
Reheme Mohammad Bakari, Ahmed Ali Mzee (Babu), Christa Ehrlich
Film 3
Teaching homeopathy abroad: a cross-cultural challenge and perception of homeopathy training by African students, Elisabeth von Wedel, Matthias Strelow
Film 4
Africa-India comparison: Positioning homeopathy in health systems reflecting Indian success. Matthias Strelow
Film 5
HOG Sierra Leone. DR. Pfanzelt - Dr. Wilson
Film 6
HIV / AIDS - Genius. Jeremy Sherr
Film 7
Agrohomeopathy. Kaviraj das Vaikunthanath


Julius Berdie

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