Einblick Kenia März 2017

Birgit Atzl und ich flogen Ende Januar nach Lamu – mit dem Gedanken im Gepäck: Wie würde die Stimmung vor Ort sein? Vor genau 2 Jahren waren KollegInnen zuletzt in Lamu. Viele Pläne wurden geschmiedet, Zeitpläne erstellt. In der Folgezeit erhielten wir via email monatlich Berichte über Patienten, Finanzen und Aktivitäten, aber selten Antworten auf unsere Fragen. Die Kommunikation „cross culture“ zeigte wieder einmal ihre Tücken.

Wie hat sich die Situation in Lamu weiter entwickelt? Im September 2016 verabschiedete sich Chari, eine der beiden in Kwale ausgebildeten Homöopathinnen, die unsere Klinik betreuen. Sie hat geheiratet und es zog sie zurück nach Hause. Coni kündigte an, dass auch sie im Januar 2017 geht. Es ist schwierig, in Kenia mit der Homöopathie ausreichend Geld zu verdienen, schrieb sie uns. Das stimmt. Dazu braucht es noch viel Zeit und Durchhaltevermögen. Viele Patienten müssen erfolgreich behandelt werden, um die Homöopathie und die HomöopathInnen vor Ort weiter zu stärken.

Ohne die fundierte 3-jährige Vollzeitausbildung bei „4kenya school for integrated medicine“ und die dort ausgebildeten klassischen HomöopathInnen wären wir heute nicht, wo wir sind. Unser Student Hussein hat seine Ausbildung mit Hilfe unseres Sponsors abgeschlossen und kommt zurück nach Lamu, in seine Heimat. Er ist motiviert und möchte weiter lernen, auch auf dem klinischen Gebiet. Sein Ziel: Als Nurse oder Medical Health Officer selbstständig medizinisch arbeiten. Eine eigene Klinik schwebt ihm vor, in der er dann auch homöopathisch behandelt. Wir werden ihn auf seinem Weg unterstützen.

Erst einmal hat er nun alleine die Verantwortung in der Lamu Homeopathic Clinic. Die Praxisräume sind offiziell angemeldet, die „business permission for homeopathic education and treatment“ wird jährlich neu erteilt. Bei Fragen, auch zu schwierigen Fällen wendet sich Hussein an uns. Auch mit seinen Ausbildern von „4kenya“ in Kwale steht er in engem Kontakt.

Gemeinsam mit Hussein besuchten wir während unseres Aufenthalts die Hebammen in Matandoni auf der anderen Seite der Insel Lamu, die First Aid-Ausgebildeten in Matandoni, Lamutown und Mokowe auf dem Festland und trafen die CBO „community based organisation for homeopathic education“. Wie berichtet, ist Francis Kiriga, Chairman der CBO und unser wichtigster Partner in Lamu, im letzten Jahr plötzlich und unerwartet verstorben. Sein Tod hatte zunächst zu einer Lähmung geführt, die sich jetzt aufzulösen scheint. Es wurde neu gewählt, Aisha als Chairlady hat den Vorsitz übernommen. Sie ist schon lange dabei.

Als hätte sich in unseren Tagen vor Ort ein Knoten gelöst, lassen Hussein und Babuu Schals und Shirts als „Werbeträger“ bedrucken. Die Telefonnummer und Informationen auf der Hauswand neben dem Eingang werden aktualisiert, Visitenkarten entworfen und gedruckt. Wir besuchten die Hebamme Rehema, die wir seit Beginn des Projektes kennen. Sie hatte einen Schlaganfall. Was wir nicht wussten: Es gibt im Lamu Hospital keine Behandlung für Schlaganfallpatienten. Doch Rehema geht es schon viel besser, Conni hat sie mit Arnica behandelt.

Birgit und ich schauen in Kenia in erstaunlich viele bekannte und neue Gesichter. Alle sind daran interessiert mit der Homöopathie zu arbeiten und weiter zu lernen – „to support our community and improve our health“. Damit haben wir in dieser Form gar nicht gerechnet und verabschieden uns sehr zufrieden. Das Projekt kann in die nächste Phase gehen!

Janina Huppertz

 

 

Ansprechpartnerinnen

Birgit Atzl
Janina Huppertz

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