Liberia

2011 - 2012

Liberia ist ein wundervolles, wunderschönes, verwundetes Land, das mit aller Kraft darum kämpft, sich selbst zu finden.

„Müsste ich mein Heimatland in einem Satz beschreiben, würde ich etwa Folgendes sagen: Liberia ist ein wundervolles, wunderschönes, verwundetes Land, das mit aller Kraft darum kämpft, sich selbst zu finden.“  So beschreibt Ellen Johnson - Sirleaf, die erste weibliche Präsidentin des afrikanischen Kontinents, ihr Land und findet in diesem kurzen Satz einen prägnanten Ausdruck für die gegenwärtige Situation in Liberia: ein verwundetes Land dass mit aller Kraft darum kämpft, sich selbst zu finden.

Liberia ist der zweitälteste unabhängige Staat des afrikanischen Kontinents, bereits 1847 gegründet. Es liegt hauptsächlich in der tropischen Regenwaldzone und erstreckt sich über eine Fläche von 111.370 Quadratkilometern. Die angrenzenden Länder sind die Elfenbeinküste, Guinea und Sierra Leone. Die Hauptstadt ist Monrovia mit schätzungsweise rund einer Million Einwohnern. Insgesamt leben ca. 3,5 Millionen Menschen in Liberia, sie sind Angehörige von 16 verschiedenen ethnischen Gruppen mit 16 unterschiedlichen Sprachen, die Amtssprache ist Englisch. Der kleine Staat Liberia hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, die ihren grausamen Höhepunkt in einer Abfolge von zwei, rund  14 Jahre währenden, Bürgerkriegen und der blutigen Diktatur von Charles Taylor fand.

18 % der rekrutierten Soldaten waren Kinder!  Etwa 80 % der Bevölkerung wurden entweder innerhalb des Landes oder ins Ausland vertrieben.

Insgesamt fielen 200.000 Menschen dem Bürgerkrieg zum Opfer. 2003 war Liberia ein hoch verschuldetes, blutendes Land, geplündert, ohne funktionierende Wirtschaft. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung war schon seit langen nicht mehr gewährleistet, aufgrund von Unterernährung breiteten sich AIDS und tropische Infektionskrankheiten aus.

2005 wurde Frau Ellen Johnson-Sirleaf in der ersten demokratischen Wahl Liberias zur Präsidentin gewählt.  Als sie 2006 ihr Amt übernahm trat sie einen Job an,  der unmöglich erschien: das Land war zerstört, es herrschten 90% Arbeitslosigkeit, die Mehrheit der Bevölkerung war und ist bis heute schwer traumatisiert, sie hatte mit zehntausenden traumatisierten, marodierenden Soldaten und Rebellen zu tun, es gab keine Infrastruktur und keine funktionierende Verwaltung. Im Herbst 2011 wurde Johnson-Sirleaf mit über 90% der Stimmen in ihrem Amt bestätigt. Sie hat in Ihrer ersten Amtsperiode erstaunliches geleistet, wofür sie 2011 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Sowohl Demokratie als auch medizinische Versorgung stehen jedoch noch immer  auf wackligen Füßen in diesem Land weshalb die Regierung schon seit längerer Zeit um die Einführung komplementärer und alternativer Heilmethoden bemüht ist.  Aus diesem Grund fanden bereits 2009 erste Gespräche zwischen der Liberianischen Botschafterin, einem Vertreter des örtlichen Gesundheitsministers und mir als Repräsentantin für HOG statt. Es dauerte dann allerdings noch fast zwei Jahre bis sich ein geeigneter Kooperationspartner für uns fand mit dessen Hilfe wir unser Ausbildungsangebot in Liberia einsetzen können.

Im Sommer vergangenen Jahres suchte Frau Gieraths- Nimene , die Leiterin der GERLIB Clinic in Monrovia den Kontakt zu HOG: das Personal ihrer Klinik ist sehr an einer Homöopathieausbildung interessiert. In der Klinik wurden jüngst Erweiterungsarbeiten fertig gestellt, so dass sogar Unterrichtsräume zur Verfügung stehen.


Elisabth von Wedel
Gesine Seck

Nach einigen vorbereitenden Gesprächen ist es nun soweit: Mitte März brechen Gesine Seck und ich zu einem ersten Erkundungsbesuch nach Monrovia auf.

Auf dem Programm unserer Reise steht natürlich die Kontaktaufnahme zum Personal der GERLIB clinic, ein Antrittsbesuch beim Gesundheitsministerium, möglicherweise ein Besuch bei dem Projekt von medica mondiale, die sich seit einigen Jahren vor Ort für die Verbesserung der Lebenssituation der liberianischen Frauen einsetzen.

Zu Beginn eines Projektes gilt es stets die lokale Situation so genau wie möglich zu erfassen:

  • Welches sind die hauptsächlichen Erkrankungen und Probleme mit denen das Klinikpersonal zu tun hat?

  • Wer wird als künftige Homöopathie Studierender in Frage kommen?

  • Welche Vorraussetzungen bringen diese Menschen mit? Hier interessieren wir uns für Schulbildung und auch die zeitlichen Gegebenheiten.

  • Wie lässt sich die Homöopathie für diese Menschen am schnellsten und am sinnvollsten in ihrem professionellen Alltag integrieren?

  • Auf welche Säulen können wir unser Ausbildungsangebot stellen, so dass möglichst viele Studierende erreicht werden können und ein hoher Multiplikationsfaktor erreicht wird?

  • Wen können wir zusätzlich lokal zur Unterstützung gewinnen? Die Vernetzung mit schon vor Ort tätigen NGOs hat sich oft als sehr hilfreich erwiesen.

  • Wo müssen wir mit Widerstand rechnen?

  • Was gibt es für Gefahren die wir bedenken müssen?

 Meine Kollegin Gesine Seck und ich werden in der Zeit in Liberia gut zu tun haben, selbstverständlich werden wir  „Schnupper-workshops“ anbieten, um einen ersten Einblick in die Homöopathie zu bieten.

Die gesammelten Informationen dieser ersten Reise werden die Grundlage für weitere Entscheidungen bieten. Das Unterrichtskonzept, die voraussichtliche Dauer des Projektes, der Umfang unserer Einsätze und auch die Anzahl der künftigen Reisen und der zu erwartende finanzielle Aufwand sind Bestandteil der weiteren Projektplanung.

 Seit zwei Jahren beschäftige ich mich nun mit der Geschichte dieses Landes. Gebannt verfolge ich die faszinierenden Taten dieser mutigen starken Frau, Ellen Johnson-Sirleaf, der es mit bemerkenswerter Weisheit zu gelingen scheint, eine Erfolgsstory zu schreiben, die ihresgleichen sucht. Es erfüllt mich mit unglaublicher Freude und Dankbarkeit, die Chance zu haben, einen sinnvollen Beitrag zu diesem Land und dieser jungen Demokratie leisten zu dürfen. 

 Zwei Dinge stehen allerdings dabei fest:

Homöopathen ohne Grenzen braucht für dieses Projekt Ihre Unterstützung!

Wir suchen erfahrene Kollegen und Kolleginnen, die sicher im Englischen sind und Lust haben an der Gestaltung dieses spannenden Projektes durch ihre Arbeit mitzuwirken.

Um die erheblichen Reisekosten zu finanzieren sind wir auf Spendengelder angewiesen.

Ich danke allen im Voraus für Ihre Unterstützung!

Elisabeth von Wedel



Ansprechpartnerin

Elisabeth von Wedel

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