Liberia 8.3. – 16.3.2012

Erkundungsreise Liberia

Als wir nach den umkomplizierten Einreiseformalitäten aus dem Flughafen in die Wärme traten, fielen uns als erstes die sauberen Wege und die schönen und bunt gekleideten Liberianerinnen auf, die ihre Angehörigen empfingen. Aber das ist natürlich nur eine Seite Monrovias, eine andere ist eine atemberaubende Millionenstadt, in die oder aus der nur wenige Straßen führen, die häufig von hupenden Autos und Mopeds verstopft sind, in der der Müll, sofern überhaupt gesammelt, an der Straße verbrannt wird und viele Menschen nur durch die Unterstützung emigrierter Verwandter überleben können. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es so gut wie keine. Nach ihrem Amtsantritt sorgte „ Ma Ellen“ wie die Präsidentin Liberias liebevoll genannt wird dafür, dass junge Soldaten, wenn sie ihre Waffen abgaben, 300 US Dollar erhielten, mit denen sie Mopeds kaufen konnten, die jetzt als Taxis dienen.

 Nachdem es schon erste Kontakte vor 3 Jahren zwischen der liberianischen Botschafterin in Berlin, sowie dem Honorarkonsul Michael Kölsch und Elisabeth von Wedel gegeben hatte, kam nun eine Anfrage von Margret Gieraths-Nimene, der Leiterin der GERLIB-Clinic, nach einem möglichen Engagement von HOG in Liberia.

Unsere Intention war deshalb, mit dieser Reise einen Eindruck von den Verhältnissen und Bedingungen vor Ort zu bekommen, Kontakte zu den wichtigen Stellen, wie dem Gesundheitsministerium, der Universität und anderen NGOs zu knüpfen und einen ersten Workshop mit medizinisch ausgebildetem Personal zu halten.

Am 2-tägigen Workshop nahmen 3 Ärzte, 1 ärztlicher Assistent, 2 Krankenschwestern, eine Hebamme und die technische Leiterin eines Labors teil.

Das Interesse an der Homöopathie war groß und es wurde lebendig und differenziert über die Vorteile und Unterschiede gegenüber der Schulmedizin diskutiert. Wir waren sehr beeindruckt, wie genau dort die Anamnese und Beobachtung wegen des Mangels an technischer Diagnostik erhoben wird, was für die homöopathische Ausbildung von großem Vorteil wäre. Ebenso gibt es ein deutliches Bewusstsein über die Probleme der Nebenwirkungen und der Entwicklung von Resistenzen in der schulmedizinischen Behandlung. Mit Margret Gieraths-Nimene haben wir zwei Krankenhäuser besucht, in denen wir  bereitwillig herumgeführt wurden. Die Bedingungen und Möglichkeiten waren in beiden unvorstellbar schlecht und sehr deprimierend.

Dagegen besticht die GERLIB-Clinic durch Ruhe, Sauberkeit und kompetentes Personal. Wir nutzten die Gelegenheit, dem ärztlichen Assistenten und der Hebamme einen Tag bei ihrer Arbeit zuzusehen um eine genaue Vorstellung von den häufigsten Krankheitsbildern sowie dem ärztlichen Vorgehen zu erhalten.

 Das Land ist durch den zurückliegenden Bürgerkrieg immer noch schwer traumatisiert. Vieles funktioniert noch nicht, vom Dreck und Müll, hoher Arbeitslosigkeit bis hin zur weit verbreiteten Korruption. Aber es gibt genauso hoffnungsvolle Aufbruchsstimmung, viele Verbesserungen, und kompetentes Engagement. Wir hatten anfangs immer wieder mal den Reflex zur Flucht, hätten aber auch gleichzeitig am liebsten sofort die Lehrambulanz eingerichtet, in der tiefen Überzeugung, dass die Homöopathie gerade hier besonders sinnvoll ist.

Elisabeth von Wedel und Gesine Seeck

Ansprechpartnerin

Elisabeth von Wedel

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