Reisebericht Mazedonien Oktober 2007

Reisebericht Oktober 2007

Wer hätte es vor 7 Jahren gedacht, dass die ersten homöopathischen Praxen in Skopje und Bitola tatsächlich eröffnet werden? Der Traum einer kleinen Gruppe von Homöopathie-Interessierten ist wahr geworden: Nach 5 Jahren Ausbildung durch HOG und bestandene
Prüfung haben wir 20 Homöopathinnen (alle Frauen), die Kinder und Erwachsene behandeln können.
Es erfordert viel Mut, in eigener Regie mit der Praxis anzufangen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und mit Kranken zu arbeiten.
Einige der mazedonischen Homöopathinnen behandeln eher bei akuten Erkrankungen.
Andere trauen sich heute nicht nur Husten, Schnupfen, Heiserkeit zu behandeln, sondern auch Allergien, Asthma, hormonelle Störungen, Autoimmunerkrankungen, Epilepsie.
Eine besondere Erfahrung war die Behandlung eines 13jährigen, der im Krankenhaus wegen
Gehirnhautentzündung lag. Die Mutter wollte unbedingt ihren Sohn durch eine Homöopathin behandeln lassen, weil die Schulmedizin alleine nur begrenzt helfen konnte. Die homöopathische Behandlung konnte den Zustand des Jungen so gut stabilisieren, dass die Mutter, die Ärztin ist, Homöopathie lernen will.
In allen Fällen ist es sehr schön zu sehen, wie die Behandelten ein großes Vertrauen zu „ihren“ Homöopathinnen entwickelt haben und sie weiter empfehlen.
Schön ist zu erleben, wie die Gruppe zusammen arbeitet und alle sich kollegial unterstützen:
Sie treffen sich regelmäßig, tauschen ihre Erfahrungen aus, besprechen schwierige Fälle und vertiefen ihre Kenntnisse.
Die alte Praxis musste aufgegeben werden, weil die Miete zu hoch war. Heute benutzen sie für ihre Treffen einen Raum, der außerhalb der Stadt liegt. Jemand hat ihn kostenlos zu Verfügung gestellt, aber es ist sehr umständlich, dahin zu kommen. Daher sucht die Gruppe günstigere Räume, wo eine Praxis eingerichtet werden kann, für alle Homöopathinnen, die dort arbeiten möchten, und wo die Gruppentreffen stattfinden können.
Die Liebe zur Homöopathie verbindet die Gruppe und macht möglich, dass Ärztinnen und Nicht-Ärztinnen sich gegenseitig unterstützen und im Austausch bleiben.
Wir werden auch 2008 Supervision anbieten, einerseits als Möglichkeit über schwierige Fälle zu reden, andererseits um die neuen HomöopathInnen in ihrer Rolle als BehandlerInnen zu unterstützen. Dabei möchten sie mit uns Fragen klären wie z.B. „Wie verausgabe ich mich nicht, wenn ich anderen helfe? Wie kann ich mich regenerieren nach einem Behandlungstag?
Wie gehe ich mit Sterbenden um? Was kann ich tun, wenn mir ein Fall zu nahe geht?“ In diesem Sinne wollen wir unsere langjährige Erfahrung mit der mazedonischen Gruppe teilen
und sie weiter unterstützen, auf dem Weg zu einer kompetenten homöopathischen Arbeit.

Clementina Rabuffetti

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