Gründung einer Homöopathie Schule in Bosnien y Herzegovina

Neue Ideen führen zu einer Fortsetzung der von 2003- 2008 durchgeführten Homöopathie Ausbildung in Bosnien Y Herzegovina

Im Juni 2013 war es endlich soweit:In Berlin fand das Symposium anlässlich des 15. Geburtstages von HOG statt. Zu diesem war auch Seila Latal aus Bosnien als Rednerin eingeladen, die von der Situation der Homöopathie in Bosnien und Herzegovina (BiH) berichtete. Zusammen mit ihr als Vertreterin der „Homeopathic Society BiH“ hatte HOG 2002 das zweite Projekt in BiH gestartet und über einen Zeitraum von drei Jahren eine Grundausbildung in Homöopathie und allgemeiner medizinischer Ausbildung angeboten, die 37 StudentInnen erfolgreich abschließen konnten (2007). Parallel bildeten wir in einem vierjährigen Kurs 12 im Land bereits etablierte HomöopathInnen zu LehrerInnen und SupervisorInnen aus (bis 2008).

Nun hatten wir - HOG - gehofft, dass die Bosnier ihre eigene Schule eröffnen würden. Aber so einfach war es nicht. Drei Jahre später, in 2011, reisten Elisabeth von Wedel und Almasto Burmeister nach Bosnien, um noch einmal ein Feedback zu den Ausbildungen zu bekommen und die Situation der Homöopathie im Lande zu ergründen.

Wir hatten einige Meetings und boten auch eine Fortbildung an. In den Meetings wurde klar, dass es zunächst eine Erschöpfungsphase nach den Examen gegeben hatte, die Absolventen jetzt aber Lust hätten, eine Ausbildung anzubieten. Das hörte sich recht positiv an, und wir fuhren mit einem guten Gefühl nach Hause.

Weitere zwei Jahre gingen ins Land… Dann gab es endlich unser Treffen mit Seila in Berlin. Sie berichtete, dass die Homeopathic Society in BiH sich selber lähmen würde, es viele Stimmen gäbe, aber nichts passieren würde, keiner wirklich Initiative ergreifen wollte, obendrauf noch einige Machtspielchen stattfänden, die die Situation erschweren würden. Letztendlich würden die Initiativen einzelner im Sand verlaufen, oder man fühlte sich der Aufgabe nicht gewachsen, denn es gehört nicht nur Fachwissen dazu. Eine neue Schule braucht eine konzentrierte Vorbereitung und Planung für die ganze Organisation und das Curriculum.

Bei unserem Treffen in Berlin keimte schließlich die Idee, eine Schule in Sarajevo zu gründen. Mit der Unterstützung von HOG und HMSuisse (die Schweizer Homöopathen ohne Grenzen, eine unserer Partnerorganisationen, verbunden durch  HWW –Homeopaths World Wide) als Fundraiser und Coachbegleitung. So begannen wir zusammen Ideen zu entwickeln: Wir planen beispielsweise, Stipendien für StudentInnen aus sehr benachteiligten Gegenden von BiH zu vergeben, wofür wir auch schon Kontakte in Srebrenica geknüpft haben.

Die Behandlung von Traumata, bei der die Homöopathie einen hohen Stellenwert hat, ist einer unserer Schwerpunkte in BiH, da Hilfe in diesem Feld dort dringend benötigt wird. Der Norden des Landes wurde in diesem Jahr von heftigen Regen heimgesucht. Viele Dinge, die nach dem Krieg im Aufbau waren, sind nun wieder zerstört, darunter auch soziale Einrichtungen, an denen es sehr mangelt im Land.

Die Hürden für eine Schulgründung schienen nicht mehr so hoch. Nach weiteren Treffen unternahmen im Januar 2014 Renata Hanselmann (HMSuisse) und Almasto Burmeister (HOG) ihre erste Reise nach Sarajevo.

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1984 fanden die Olympischen Winterspiele in Sarajevo und den Gebirgen seiner Umgebung statt.

Seit 1992 ist Sarajevo die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Dessen Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien führte zum Bosnienkrieg, in welchem Sarajevo heftig umkämpft war.
Die Stadt Sarajevo hat 304.000 Einwohner, im Großraum Sarajevo leben ungefähr 500.000 Menschen. Damit ist Sarajevo das einwohnerreichste städtische Zentrum des Landes.


Während des Krieges in Bosnien war Sarajevo in einen von der Regierung Bosnien und Herzegowina kontrollierten bosniakisch-kroatischen und einen von der Republika Srpska kontrollierten serbischen Teil geteilt, die sich gegenseitig beschossen. Der von den Regierungstruppen kontrollierte Teil, zu dem unter anderem das Stadtzentrum und die Altstadt gehörten, wurde genau 1425 Tage lang belagert.


Die Belagerung begann am 5. April 1992 und ist die längste Belagerung in der Geschichte der Stadt. Der Stadtkern von Sarajevo war vollständig umzingelt. Der Belagerung und den Kämpfen fielen nach Angaben der Regierung Bosnien-Herzegowinas 10.615 Menschen aller Volksgruppen zum Opfer, unter ihnen 1.601 Kinder. Durch Granaten, Minen oder Scharfschützen wurden rund 50.000 Menschen teilweise schwer verletzt.

Noch mehr Hintergründe zu dem Krieg in Bosnien finden Sie in unserer Buchdokumentation über das Projekt in Mostar.