Die Grundausbildung

Unterricht in Sarajevo
Tafel
Slavica unterrichtet
Almasto unterrichtet
Diplom für das Basiic-Examen!

Es hatte sich offensichtlich in Sarajevo und über die Grenzen Bosniens herumgesprochen, dass bald eine Homöopathieausbildung starten würde: 40 Homöopathie-Interessierte aus Bosnien, Serbien und Kroatien saßen beim Entscheidungswochenende in Sarajevo offen und lernfreudig im Saal und freuten sich auf die 2 ½ jährige Grundausbidlung, die sie befähigen würde, die Homöopathie professionell als Heilmethode anzuwenden.

Wie wir es von Ausbildungen in Deutschland kennen, war auch die bosnische Gruppe sehr gemischt, was die medizinischen Vorerfahrungen betrifft: Zum Einen viele Angehörige aus medizinischen Berufen: Apotheker, Hebamme, ÄrztInnen, Medizin-Studierende, Krankenschwestern, daneben eine Reihe interessierter Laien: Vom Juristen zur Lehrerin, etliche Hausfrauen und Familienfrauen. Viele kamen direkt aus Sarajevo, andere aus umliegenden Städten – Mostar, Zenica, manche jedoch hatten weite Strecken zurückzulegen, um am monatlich stattfindenden Unterricht teilzunehmen: eine Gruppe aus Belgrad, eine Teilnehmerin aus Split in Kroatien. Somit hatten wir eine auch ethnisch gemischte Gruppe, deren einigendes und gemeinsames Ziel das Erlernen der Homöopathie war. Etwa ein Viertel der Teilnehmenden waren Männer.

Im ersten halben Jahr fand ausschließlich Grundlagen-Unterricht statt: Theorie der Homöopathie, Arzneimittellehre, Fallbearbeitungen, Akut- und Chronische Behandlung, etc. Danach wurde zusätzlich zu den Unterrichts-Wochenenden die Lehrpraxis eingerichtet, die das praktische Arbeiten in der Homöopathie vermittelte. Dort hin kamen PatientInnen mit ihren vielfältigen Themen und Pathologien, wir HOG-GastleherInnen führten die Anamnese durch, später auch unsere bosnischen KollegInnen unter unserer Supervision. Die Fälle wurden anschließend besprochen und „nach den Regeln der Kunst“ wurde mit der Gruppe der Weg zur Mittelfindung geübt.


500 Stunden Theorie- Unterricht umfasste die Grundausbildung, dazu kamen noch 180 Stunden Lehrpraxis, die von den Studierenden mindestens absolviert werden mussten.

Eine medizinische Ausbildung (330 Stunden) für diejenigen, die keine medizinische Ausbildung vorweisen konnten, wurde parallel durchgeführt. Organisation und Unterricht lagen ganz in den Händen der bosnischen Gesellschaft für Homöopathie.

Insgesamt stellte diese umfassende Homöopathie-Grundausbildung eine große zeitliche, finanzielle und inhaltliche Herausforderung für die Homöopathie-Studierenden dar, die sie neben ihren sonstigen beruflichen und privaten Verpflichtungen zu meistern hatten.

Zum Schluss der 3-jährigen Ausbildung waren es noch 26 Teilnehmende, davon legten 21 erfolgreich ihr Examen ab und erhielten ein Internationales Diplom für Klassische Homöopathie.
Dazu mussten eigenständig durchgeführte chronische Fälle und Akutbehandlungen dokumentiert und eingereicht werden sowie ein schriftlicher Wissenstest bestanden werden.

Die Grundausbildung entsprach somit den Qualitätsrichtlinien der deutschen Zertifizierungsstellen SHZ und BKHD sowie den europäischen Richtlinien des ECCH.

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1984 fanden die Olympischen Winterspiele in Sarajevo und den Gebirgen seiner Umgebung statt.

Seit 1992 ist Sarajevo die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Dessen Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien führte zum Bosnienkrieg, in welchem Sarajevo heftig umkämpft war.
Die Stadt Sarajevo hat 304.000 Einwohner, im Großraum Sarajevo leben ungefähr 500.000 Menschen. Damit ist Sarajevo das einwohnerreichste städtische Zentrum des Landes.


Während des Krieges in Bosnien war Sarajevo in einen von der Regierung Bosnien und Herzegowina kontrollierten bosniakisch-kroatischen und einen von der Republika Srpska kontrollierten serbischen Teil geteilt, die sich gegenseitig beschossen. Der von den Regierungstruppen kontrollierte Teil, zu dem unter anderem das Stadtzentrum und die Altstadt gehörten, wurde genau 1425 Tage lang belagert.


Die Belagerung begann am 5. April 1992 und ist die längste Belagerung in der Geschichte der Stadt. Der Stadtkern von Sarajevo war vollständig umzingelt. Der Belagerung und den Kämpfen fielen nach Angaben der Regierung Bosnien-Herzegowinas 10.615 Menschen aller Volksgruppen zum Opfer, unter ihnen 1.601 Kinder. Durch Granaten, Minen oder Scharfschützen wurden rund 50.000 Menschen teilweise schwer verletzt.

Noch mehr Hintergründe zu dem Krieg in Bosnien finden Sie in unserer Buchdokumentation über das Projekt in Mostar.