Es ist vollbracht!

Die ersten HomöopathInnen in Sierra Leone

 

Es ist vollbracht! Nach sieben jeweils 2wöchigen Ausbildungseinheiten haben alle Schüler mit Erfolg die Abschlussprüfung bestanden – nun sind sie dazu in der Lage, akute Erkrankungen nach den Regeln der klassischen Homöopathie zu behandeln.

Während dieser Reise vom 24.April bis zum 11. Mai 2014 wurde in der ersten Unterrichtswoche eine intensive Wiederholung durchgeführt, Differenzialdiagnose in Tabellenform gepaukt, Theorie und Repertorisieren geübt, die zweite Woche war vom 06. Mai an für das Examen reserviert.

Die schriftliche Prüfung wies ein bisher unbekanntes Phänomen auf – um sieben Minuten vor dem offiziellen Beginn waren tatsächlich ALLE Schüler da! Ihre Aufregung und Spannung war deutlich spürbar. Da sie grundsätzlich sehr sozial eingestellt sind, hätten sie während des Examens gerne noch dichter zusammengesessen…

Die Ergebnisse waren erfreulich bis sehr erfreulich, alle haben vorher bis tief in die Nacht gebüffelt, haben sich morgens noch gegenseitig abgefragt – die meisten von ihnen waren sehr fleißig, sogar die eigenheitlichen charakteristischen Symptome des Paragraphen 153 wurden tadellos beherrscht.

Bei der praktischen Prüfung mussten die Schüler dann beweisen, dass sie eigenständig und verantwortlich homöopathisch arbeiten können – incl. Anamnese, Symptomen Auswahl und Gewichtung, Wahl des ähnlichsten homöopathischen Arzneimittels, incl. Differenzierung zu anderen Mitteln, Potenz, Dosierung und Hinweise an die Patienten. 

Am Freitag, den 09. Mai um 11 Uhr war es dann soweit: das krönende Finale  - die Überreichung der Zertifikate – mit Graduation Ceremony. Für diese Feier bekamen die frischgebackenen HomöopathInnen sogar Talare mit entsprechenden Hüten.  Einige honorige Vertreter aus Makeni und Umgebung waren eingeladen und haben wertschätzende Ansprachen gehalten. Nach 2stündigem Festakt gab es noch Essen, und Musik – alle Beteiligten, wir eingeschlossen, waren überglücklich, haben gestrahlt und getanzt.

Unsere Pläne für die weitere homöopathische Ausbildung der bisherigen Schüler sind: Bildung von Arbeitsgruppen, Versuch von Skypekonferenzen, ihre Einbeziehung  in den Unterricht für die geplante neue Ausbildungsgruppe, Vertiefung und Hinführung zur Behandlung chronischer Krankheiten durch einzelne Ausbildungsblöcke, sowie Supervision.

Einige Schüler haben schon jetzt einen eigenen kleinen Praxisraum, wo sie als gelernte Krankenschwestern und –pfleger teils schulmedizinisch, teils homöopathisch behandeln – Mohamed A. sagt: „Für Kinder ist diese Methode besonders gut, man muss sie nicht festhalten und zwingen die Medizin zu nehmen – Kinder behandele ich fast nur noch homöopathisch.“

Landes- und klimaspezifisch gibt es zu berichten, dass gerade Mangozeit in Sierra Leone ist– es gab Mangos in Hülle und Fülle und allen Sorten, überall wurden die Früchte mit langen Stöcken von den Bäumen geschlagen und zum Verkauf angeboten – wir haben probiert und genossen.

Der Mai ist der Beginn der Regenzeit, bei uns hat es abends ein paar Mal ordentlich geschüttet, incl. Gewitter und Wetterleuchten; man zieht vorsichtshalber den  Netzstecker ab und hört das Herankommen des Regens auf den Blechdächern – nach einer Viertelstunde ist alles wieder vorbei.

Dafür ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch, beim praktischen Arbeiten in der neuen Klinik in Rorinka klebt das Papier öfter mal am Arm fest – mit Gottes Hilfe und etwas Benzin kann der Generator die nach und nach eingetrudelten Ventilatoren antreiben…und wenn der Kanister leer ist, wird eben wieder geschwitzt.

Die Tageseinteilung war wie gehabt: vormittags Theorie im Polytechnikum in Makeni, nachmittags praktisches Arbeiten mit Patienten – auch hierbei bewiesen die Schüler ihr Können, indem sie zunehmend selbstständig die Anamnesen aufnahmen und bei den akut Erkrankten genaue Mittelideen vorbrachten.

Wir sind froh und dankbar über den gelungenen Abschluss dieses Ausbildungsabschnittes, 11 Schüler haben ihr Zertifikat erhalten. Unserem Kooperationspartner, dem Verein Sierra Leone Baden-Württemberg mit dem Vorsitzenden Herrn Debali Konteh und seinen anderen Mitgliedern, unserem weltbesten Koordinator, Mr. Yembeh Mansaray und unseren SpenderInnen danken wir erneut und von ganzem Herzen für die gute Zusammenarbeit und die zuverlässige Unterstützung. Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen mit den ersten HomöopathInnen in Sierra Leone!

Barbara Böttcher und Ruth Rohde

Ansprechpartnerin

Barbara Boettcher
Elke Schulte Güstenberg

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