Reisebericht März 2012

Große Fortschritte haben wir bei unseren Studenten in Sierra Leone bemerkt:

"Sie lernen u.a., indem sie für uns in der Lehrpraxis übersetzen. Dabei haben sie schon begonnen, in der Anamnese eigenständig nach den „Modalitäten“ und „Generalities“ zu fragen und entwickeln schon sehr gute Mittelideen. Auch morgens im Unterricht im Polytechnikum in Makeni stellen unsere Studenten fundierte und kritische Verständnisfragen, worüber wir uns sehr freuen. Wir machen Fallarbeit mit „Repertorium“ und „Arzneimittellehre“. ":

 

Reisebericht März 2012 von

Heidi Bart und Barbara Böttcher

Winkende und lachende Kinder begrüßen uns freudestrahlend mit „Opodo, Opodo“- Rufen, wenn wir jeden Nachmittag mit unserem roten Auto ins Dorf Worreh Yeamah einfahren. „Opodo“ ist Temne und bedeutet „weißer Mensch“.

Unser Praxisraum ist schon liebevoll nach den dortigen Möglichkeiten eingerichtet: ein Holztisch mit bunter Tischdecke, Stühle für Patienten, Übersetzer und Behandler, ein Eimer mit Wasser aus dem Brunnen und ein Stück Seife.

Wir sitzen unter dem palmwedelgedeckten Vordach eines Wohnhauses und freuen uns über jede Brise, die etwas Abkühlung bringt, denn die Temperatur klettert täglich auf weit über 30 Grad. Zahlreiche Patienten sitzen auf Bänken vor dem Haus und warten geduldig auf uns. Der Dorfschullehrer hat die Patientenliste und übernimmt die Rolle der Sprechstundenhilfe. Uns erwartet ein breites Spektrum an Krankheitsbildern: anämische Kinder, viele Folgen von Verletzungen aus dem Krieg und von Unfällen, Gelenkbeschwerden, immer wieder Magengeschwüre, Hernien, Wurmerkrankungen, Elefantiasis, Fieber aller Art und vieles mehr.

Große Fortschritte haben wir bei unseren Studenten bemerkt. Sie lernen u.a., indem sie für uns in der Lehrpraxis übersetzen. Dabei haben sie schon begonnen, in der Anamnese eigenständig nach den „Modalitäten“ und „Generalities“ zu fragen und entwickeln schon sehr gute Mittelideen.

Auch morgens im Unterricht im Polytechnikum in Makeni stellen unsere Studenten fundierte und kritische Verständnisfragen, worüber wir uns sehr freuen. Wir machen Fallarbeit mit „Repertorium“ und „Arzneimittellehre“. Das „Kent’sche Repertorium“ ist noch eine große Herausforderung für die Schüler und das Arbeiten damit bedarf sicher noch weiterer Übung. Außerdem beschäftigen wir uns mit den Themen Schwangerschaft, Geburt und Bisswunden, stellen neue Arzneimittelbilder vor und vermitteln theoretisches Grundwissen.

Beim Abschlusstest am vorletzten Tag zeigt sich, dass unsere Schüler ins homöopathische Denken hineingewachsen sind. Sie haben gute Fortschritte erzielt, trotz der zum Teil widrigen Umstände, unter denen sie zum Unterricht kommen.

Unsere Studentin Alimatu sagte uns: “Ich möchte so gerne ein guter Homöopath werden und nicht immer den Patienten Injektionen verabreichen müssen“. Dafür kommt sie aus der Hauptstadt Freetown nach Makeni und verdient 2 Wochen lang kein Geld. Abdul kommt direkt nach der Nachtschicht zum Unterricht. Mohamed gibt in dieser Zeit abends Englisch-Unterricht, damit er den Verdienstausfall ausgleichen kann. Josephine treffen wir bei unserer Krankenhausbesichtigung im Anschluss an den Unterricht auf ihrer Station beim arbeiten. Auch Dr. Wilson, der Chefarzt des Krankenhauses nimmt sich jeden Vormittag die Zeit für unseren Unterricht.

Wir spüren ihre Begeisterung für die Homöopathie und freuen uns sehr darüber.

Unsere erfolgreiche Arbeit wäre ohne die Unterstützung unseres Kooperationspartners, der EAFA so nicht möglich. Mr. John, unser Fahrer, hat uns überall sicher hingebracht. Mr. Mansaray hat wieder alles wunderbar vorbereitet und organisiert, immer freundlich, pünktlich und zuverlässig und um unser Wohlergehen besorgt.

Vielen Dank für die großartige Zusammenarbeit!

Ansprechpartnerin

Barbara Boettcher
Heidi Bart

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