Einblick Sierra Leone März 2016

Was erwartet uns nach 2 Jahren erzwungener Reisepause und Ebola-Krise? Auf den ersten Blick scheint nach unserer Ankunft alles wie immer zu sein: viele Mopeds, die bunten Märkte, das emsige Treiben… Aber bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass doch noch nicht wirklich Alltag eingekehrt ist. Da alle Krankenhäuser und -stationen lange Zeit geschlossen hatten, waren unsere Krankenschwestern und -pfleger, die wir bis kurz vor dem Ebola-Ausbruch ausgebildet hatten, entweder arbeitslos oder in einem Ebola-Center der Ansteckungsgefahr ausgesetzt gewesen.

Jetzt, nach der Wiedereröffnung der Kliniken, sind ihre Arbeitsplätze im ganzen Land verstreut. Auch mit der Bezahlung der Löhne scheint es nicht so zu klappen, wie wir das aus Deutschland gewohnt sind. So ist es für viele unserer SchülerInnen nicht möglich, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, um an unserem geplanten Auffrischungskurs teilzunehmen. Sie laufen sonst Gefahr, von der Gehaltsliste gestrichen zu werden. Deshalb treffen wir uns abends mit unseren SchülerInnen, erfahren mehr über ihre Situation und ihre Zukunftspläne. Sie berichten uns über ihre Erfolge bei den homöopathischen Behandlungen und geben uns zu verstehen, dass sie auf jeden Fall noch mehr darüber lernen möchten. Mit denen, die es möglich machen können, fahren wir tagsüber ins Dorf, wo sich die Bevölkerung sehr freut, dass die dortige kleine Clinic wieder geöffnet ist und dort endlich wieder behandelt wird. So beschränkt sich unsere Reise diesmal auf den praktischen Unterricht – auch das ist Auffrischung der Kenntnisse.

Wie geht unser Projekt weiter? Angedacht ist eine Erste-Hilfe-Ausbildung für Health Worker. Deren Aufgabe ist es, in weit abgelegenen ländlichen Regionen über hygienische und prophylaktische Maßnahmen zu informieren und eine medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Viele folgen unserer Einladung zu einer Infoveranstaltung und zeigen großes Interesse. Bei einem Besuch der örtlichen Gesundheitsbehörde findet dieser Vorschlag auch die Zustimmung des medical district officers. So eine Ausbildung ist auch im Sinne unseres Kooperationspartners, der EAFA, die mit ihren Projekten den ländlichen Raum unterstützt. Wir sind froh, dass sich in Sierra Leone das Leben langsam wieder normalisiert und hoffen, mit Hilfe Ihrer Spende auch weiterhin einen Beitrag dazu leisten zu können.

Barbara Böttcher

Ansprechpartnerin

Barbara Boettcher
Heidi Bart

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