• Homöopathen ohne Grenzen
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Drehen wir langsam, aber sicher alle durch?

Kommt eine Quarantäne auf Sie zu? Oder erkennen Sie sich bereits in einer oder in mehreren der folgenden Aktionen wieder?

  • Sie aktualisieren ständig Ihre Nachrichtenseiten, um sich über alle Neuigkeiten zur Pandemie zu informieren
  • Sie befürchten, dass Ihnen die Lebensmittel und das Nötigste ausgehen
  • Sie möchten den ganzen Tag in Ihrem Schlafanzug im Bett bleiben – ohne jegliche Motivation, irgendwie produktiv zu sein
  • Sie sind verzweifelt, dass Sie sich nicht frei bewegen und einfach so Leute treffen können
  • Sie spüren ein unerschütterliches Unbehagen tief in Ihrem Inneren
  • Ihre Unruhe können Sie weder durch Bewegung oder Essen oder „Koma-Glotzen“ von Netflix heilen
  • Sie lachen sich über Dinge kaputt, die Sie normalerweise nicht lustig fänden
  • Sie brechen in Tränen aus, weil Ihr Internet heute so langsam ist
  • Sie werden wütend auf ein Familienmitglied, weil es einfach keine Lust hat, ein Spiel mit Ihnen zu spielen
  • Sie könnten die ganze Zeit Dinge in sich hineinstopfen

Kurz: Werden wir früher oder später alle verrückt? Ganz bestimmt nicht. Aber diese Bedenken sind durchaus legitim und sogar normal. Sie können durch einen kleinen Ausflug in Ihre graue Substanz erklärt werden. Wie bitte?

Es ist das mandelförmige Organ, das WOLF heult!

Ich spreche von einer Gewebemasse tief in Ihrem Gehirn, der Amygdala. Dieses kleine Stück uraltes (erinnern Sie sich bitte später daran!) Hirngewebe „dirigiert gerade Ihr persönliches Orchester“. Es ist verantwortlich. Denn die Amygdala steht immer im Mittelpunkt, wenn wir Angst haben – und Gott weiß, dass die gerade die Runde macht.

Angst ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Sie ist das, was unseren Überlebensinstinkt im Laufe der Jahrtausende geschärft und uns vor hungrigen Tieren und gefährlichen Situationen geschützt hat. Denken Sie an unser Leben als Höhlenmenschen vor einer kleinen Ewigkeit. Und stellen Sie sich vor, ein großer böser Wolf lauert vor dem Eingang. Unser Instinkt sagt uns, dass wir wegrennen sollten! Oder – wenn wir ganz mutig sind – uns dem Kampf mit dem Wolf stellen. Wenn wir ganz ehrlich sind, hängt unser Leben buchstäblich von diesen beiden Reaktionen ab – entweder Kampf oder Flucht. Es ist die Amygdala, die dröhnende Sirenen auslöst und uns in Aktion treten lässt.

Erinnern Sie sich, dass ich die Amygdala uralt nannte? Nun, es sind im Grunde zwei mögliche Optionen programmiert: „WOLF!“ oder „Kein Wolf“. Noch immer ist die Bedrohung durch das C-Virus sehr real und gewinnt an Dynamik. Selbst wenn Sie bislang nicht direkt betroffen sind, nehmen Sie die Angst auf, die eine Pandemie mit sich bringt. Die Angst ist spürbar. Die Amygdala spürt diese Gefahr – und heult „WOLF, WOLF, WOLF!“ in Richtung inneres Selbst! Als Reaktion darauf wird Ihr Körper mit Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin überflutet. Ihre Nerven sind in Alarmbereitschaft, Ihr Herz beginnt zu rasen, Ihr Atem beschleunigt sich und alle Ihre Muskeln spannen sich an, damit Sie kämpfen oder fliehen können.

Warten Sie jetzt eine Minute. Was ist der Ratschlag, der Ihnen von jedem Kommunikationsgerät, das Sie besitzen, eingehämmert wird? ZU HAUSE BLEIBEN!

Ihr Körper gerät in einen Konflikt. Zu Hause zu bleiben – das bedeutet laut unserer Amygdala, nichts zu tun. Und genau dies bringt uns in eine seit Urzeiten wahrgenommene Gefahr. Sie wollen eigentlich rennen, kämpfen, etwas tun. Aber alle Ratschläge von außen (und die besten, davon bin ich persönlich überzeugt) sagen Ihnen, dass Sie unbedingt zu Hause bleiben sollten. Denn das rettet tatsächlich Leben. Das und die Grundhygiene. (Waschen Sie Ihre Hände 20 Sekunden lang mit Seife!)

Angst kann alle möglichen Symptome verursachen, von Herzklopfen und Schlaflosigkeit bis hin zu Wut und Durchfall. Was auch immer Sie gerade erleben, lassen Sie sich versichern, dass es völlig in Ordnung ist. Wenn Sie sich Sorgen machen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

 

Ganz praktisch: So schalten Sie die WOLF-Sirene aus

Was können wir also tun, um trotz der Amygdala-Alarmglocken ruhig Blut zu bewahren? Es gibt eine Möglichkeit, in sich „hineinzuhacken“. Uralt, Sie erinnern sich? Dies bedeutet auch, dass die Amygdala keine aktuellen Updates hat und leicht den folgenden „Tricks“ zum Opfer fallen kann:

  1. Pranayama oder Achtsames Atmen: Klingt zu simpel? Ist es aber nicht, glauben Sie mir. Alles, was Sie tun müssen, ist tief, langsam und achtsam zu atmen. Atmen Sie vier Mal ein, halten Sie den Atem vier Mal an, atmen Sie sechs Mal aus. Es gibt verschiedene Kombinationen, googeln Sie das einfach nach. Diese Atemmethode verlangsamt die verrückte, schnelle Atmung, die durch die Stresshormone verursacht wird. Indirekt können Sie langsamer atmen, wenn Sie sich sagen, dass die Bedrohung vorbei ist. Letztendlich führt dies dazu, dass sich Ihr Körper beruhigt.
  2. Machen Sie sich buchstäblich die Hände schmutzig: Künstlerisch arbeiten, kochen, putzen, etwas in Blumentöpfe oder in den Garten pflanzen. Nehmen Sie an einer Aktivität teil, die „zum Anfassen“ ist. Ihr Bonus: Sie werden dadurch davon abgehalten, die Nachrichten zwanghaft zu verfolgen.
  3. Verbinden Sie sich mit Menschen: Wenn es jemals eine Zeit gab, Ihre ganz persönliche „Sippe“ zu finden, dann jetzt - jeder ist zu Hause und erreichbar. Verbinden Sie sich mit denen, die Sie aufmuntern, Ihnen helfen, positiv zu bleiben, und die Sie wirklich als Person interessieren. Halten Sie sich von den Giftspritzen fern, die Sie aussaugen oder Ihre Angst verstärken. Es gibt so viel Liebe da draußen: Legen Sie los und finden Sie die passenden Leute.
  4. Kommen Sie in Bewegung: Es spielt keine Rolle, ob Sie wie ein Ägypter gehen, wie Miley Cyrus twerken oder einfach wie ein loser Türknauf wackeln. Bewegung hilft dem Gehirn, Endorphine, auch bekannt als Glückshormone, freizusetzen. Wenn Sie Bewegung mit Musik verbinden, ändert sich das gesamte Umfeld.
  5. „Digital Detox“: So schwierig es auch ist, müssen wir heute mehr denn je aufpassen, wie wir Informationstechnologie einsetzen. Hören Sie auf, sich in sozialen Medien zu verlieren und Virenstatistiken nachzujagen. Bildschirme sind zweifellos faszinierend, aber sie sind auch deprimierend und machen süchtig. Gönnen Sie sich stattdessen eine begrenzte tägliche Zeit, um die Nachrichten zu verfolgen und sinnlos zu surfen. Setzen Sie Technologie mit Bedacht ein – vielleicht, um eine neue Fähigkeit zu erlernen, einen inspirierenden Podcast anzuhören oder um sich mit Gleichgesinnten zu verbinden.
  6. Behandeln Sie Ihren „Tempel“ gut: Nämlich Ihren Körper! Seien Sie freundlich, verwöhnen Sie ihn mit viel Wasser, mit (wenn möglich) frischen Lebensmitteln, mit Vitaminen. Nehmen Sie ein langes Bad, tragen Sie Make-up und ziehen Sie sich so schick an, als würden Sie ausgehen. Laden Sie Ihre Familienmitglieder zu einem Date ins Esszimmer oder in die Küche ein.
  7. Nehmen Sie sich einfach mal Zeit: Dies ist ein unerwartetes Sabbatical, das uns alle aus der normalen Spur gebracht hat. Nutzen Sie das reduzierte Lebenstempo, um Dinge zu tun, die Sie normalerweise nicht tun würden. Holen Sie Stift, Papier, Umschlag und Briefmarken heraus – und senden Sie jemandem einen richtigen Brief. Slow cooking: Kochen Sie eine Mahlzeit mit allen liebevollen Schritten. Gönnen Sie sich ein (Indoor-) Hobby, für das Sie sonst nie Zeit haben. Meditieren Sie. Schlafen Sie. Und: Seien Sie einfach nett zu sich selbst.

Nicola Coutinho

 

 

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