• Homöopathen ohne Grenzen
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„We are all homeopathic ambassadors“

Internationale Zusammenarbeit in Zeiten der Covid 19-Pandemie: Online-Konferenz von H2O (Homeopathic Humanitarian Organisation) vom 16. bis 18. Oktober 2020

Vom 16. bis 18. Oktober 2020 tagte die seit langem geplante internationale Konferenz von H2O (Homeopathic Humanitarian Organisation) – statt in Paris coronabedingt im virtuellen Raum. Auch wenn das Organisationsteam nur schweren Herzens auf die Reise nach Paris verzichtete: Dieses Format war auch von Vorteil. Christine Lauterbach und Elisabeth von Wedel (Deutschland), Tineke Schaper (Niederlande) sowie Dr. Pierre Lentheric und Dr. Fred Rérolle (Frankreich) konnten sich so auch über KollegInnen aus den Projektländern freuen im bunten Teppich von mehr als 50 Teilnehmenden aus 12 Nationen.

Angesichts der wiederkehrenden Attacken seitens der sogenannten SkeptikerInnen nebst gebetsmühlenartig wiederholten Vorwürfen der Unwissenschaftlichkeit der Homöopathie ging es auf dieser Konferenz um die Frage der Positionierung. Erklärtes Ziel war gemeinsam ein Argumentationspapier zu erarbeiten, eine gut verständliche Argumentationshilfe für die Kommunikation mit RepräsentantInnen der Politik, KollegInnen und interessierten Laien. Dazu war es dem Organisationsteam gelungen, spannende ReferentInnen zu gewinnen.

Den Auftakt gab die Firma Boiron aus Frankreich mit Anne-Laure Leclère, Valérie Poinsot und Bénédicte Sagnimorte. Alle drei haben sich mit Strategien für Aufklärungskampagnen über Homöopathie beschäftigt. Eine Analyse verschiedener Firmen aus dem CAM-Bereich (Complementary and Alternative Medicine) kam zu dem Schluss, GegnerInnen/LeugnerInnen der Homöopathie als AdressatInnen auszuschließen und sich lieber denjenigen zu widmen, die eine distanzierte/skeptische, indifferente/zögerliche oder neugierige/positive Haltung einnehmen.

Homeopathic Humanitarian Organisation

Ziel dabei ist, die jeweiligen Sichtweisen stufenweise zu erweitern, indem auf wissenschaftliche Studien und die Erfahrung durch PatientInnen und TherapeutInnen hingewiesen wird. Auf diese Weise steht am Ende der Stufen die/der „BotschafterIn der Homöopathie“.

Homeopathic Humanitarian Organisation

Wie soll dabei genau vorgegangen werden? Da sich über einzelne Studien trefflich streiten lässt – ist die Studie repräsentativ oder nicht, ist die Qualität ausreichend oder nicht –, legt die Firma Boiron stattdessen die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Ergebnisse der Grundlagenforschung. Diese unterliegt einer klaren Methodologie und wird international betrieben. Da sie von unterschiedlichen Laboratorien verschiedenen Ländern reproduziert und validiert wird, ist sie unabhängig und ihre Ergebnisse sind in Wissenschaftsjournalen publizierbar. So lässt sich klar eine Argumentationskette aufbauen: Homöopathie wirkt à hat eine Wirkung auf den Organismus à wirkt über den Placeboeffekt hinaus und à ist effizient. Am Ende ihres spannenden und sehr logisch strukturierten Vortrages verwies Anne-Laure Leclère noch auf die inhaltlich und optisch sehr ansprechende Website von Boiron – und schloss mit dem Satz: „We are all homeopathic ambassadors“.

In ihrem einprägsamen Vortrag präsentierte Hélène Renoux, die aktuelle Präsidentin des European Committee for Homeopathy (ECH), beeindruckende Zahlen. Sie ging auf die Frage ein, inwieweit die Homöopathie Lösungen parat hält für die aktuellen Kernfragen weltweiter Gesundheitspolitik. Schließlich ist die Homöopathie in Europa die am häufigsten (!) praktizierte Heilkunde neben der konventionellen Medizin. Allein in Frankreich geben 77% der Bevölkerung an, schon einmal homöopathische Arzneien eingenommen zu haben.

In folgenden Bereichen könnte die Homöopathie wesentlich zur Verbesserung der aktuellen Lage beitragen:

  • Die rasch zunehmenden mikrobiellen Resistenzen auf Antibiotika: Durch den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika – sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin – wird schon 2050 alle drei Sekunden ein Mensch an multiresistenten Keimen sterben
  • Randomisierte Doppelblindstudien (RCTs) sowie Recherchen im Labor zeigen, dass der Einsatz von Homöopathie bei diversen akuten Erkrankungen die Gabe von Antibiotika ersetzen kann und sich die Heilungszeit der PatientInnen minimiert
  • Themen Klimawandel und globale Verschmutzung der Umwelt: Antibiotika und Hormone verseuchen derzeit weltweit die Gewässer, ein rigoroser Einsatz von Homöopathie würde zu einer Reduktion dieser Belastungen führen
  • Die Homöopathie ist kostengünstig und effektiv. Sie steht allen zur Verfügung – auch denen, die sich immer teurer werdende konventionelle Arzneimittel nicht mehr leisten können. Daher hat die WHO schon 2014 ein Strategiepapier erstellt, um Regierungen zu ermutigen, integrative Gesundheitssysteme zu schaffen, die sichere, kostengünstige Zugänge zu komplementären Heilverfahren ermöglichen

Es gibt also eine Vielzahl guter Gründe für die Homöopathie. Daher sei es höchste Zeit, so schlug Hélène Renoux vor, durch seriöse Forschung eine Brücke zur globalen Gemeinschaft der Wissenschaft zu bauen.

Dieses Thema wurde von dem Veterinärmediziner Patrice Rouchossé weiterentwickelt. Er befasst sich mit der Frage nach der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie. Sehr anschaulich stellte er das aktuelle Problem der Wissenschaft im Zusammenhang mit der Homöopathie dar: Dem Wissenschaftshistoriker Thomas Kuhn zufolge betreibt die normale Wissenschaft Forschung nur innerhalb eines bekannten Rahmens (sogenanntes sicheres Paradigma). Alles, was außerhalb dieses Rahmens liegt, ist tatsächlich unbekannt (hierzu zählt unter anderem die Homöopathie) und wird also nicht erforscht. Die Aufgabe von echter Wissenschaft besteht darin, das Unbekannte zu erkunden. Wissenschaft, die sich nur für Erkenntnisse innerhalb eines bestimmten bekannten Paradigmas interessiert, ist demzufolge keine Wissenschaft, sondern nicht mehr als eine Technologie.

Patrice Rouchossé führte eine ungeheure Vielzahl an unterschiedlichen Studien heran, die die Wirksamkeit der Homöopathie sowohl in vitro, also im Labor, als auch in vivo, also an Mensch und Tier, eindeutig demonstrieren. Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, im Einzelnen darauf einzugehen. Interessierten empfehlen wir die Website der Carstens-Stiftung und die Website des Homeopathic Research Institute.

Der Abend der Konferenz wurde von dem Psychiater William Suerinck bestritten. Er zeigte seinen sehenswerten Film zur Homöopathie und stand anschließend für eine Diskussion zur Verfügung. Diese liebevolle Dokumentation legen wir allen Interessierten wärmstens an Herz! Zum Film

Alles in allem war die Online-Konferenz ein voller Erfolg. Die ausgezeichneten Vorträge und die Zusammenarbeit und Diskussionen in Kleingruppen sorgten bei allen für neue Erkenntnisse. Vor allem aber vermittelte diese Konferenz bei unseren PartnerInnen weltweit ein Gefühl, angeschlossen und Teil eines großen Prozesses zu sein, und zu einer Gemeinschaft zu gehören, die sich sorgt und einsetzt für die Geschicke unserer Zeit.

Christine Lauterbach und Elisabeth von Wedel

 

 

 

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